Biogas befeuert Kraftwerke
Symbolische Inbetriebnahme der Anlage

Greven -

Die Plane auf dem riesigen Fermenter ist schon mächtig aufgebläht – ein gutes Zeichen. Denn das, was da die Plane anhebt ist Gas, genauer gesagt Biogas, das in dem Behälter produziert wird. Am Mittwochnachmittag wurde dann zum ersten Mal in der großen Biogasanlage an der Schmedehausener Straße Strom produziert. Bernhard Averbeck von der Genossenschaft, Claus Dusenbrock von der ausführenden Firma Envitec aus Saerbeck, Bürgermeister Peter Vennemeyer und Wolfgang Deventer, Technischer Leiter der Stadtwerke, betätigten symbolisch den roten „An-Knopf“ an der Anlage.

Donnerstag, 22.12.2011, 10:12 Uhr

„Die letzten zwei Wochen waren richtig hart, aber insgesamt hat die Arbeit hier richtig Spaß gemacht“, sagte Averbeck und erntete ein zustimmendes Nicken in der Runde.

Vor Kirmes war das Gelände, auf dem die Anlage jetzt steht, noch eine grüne Wiese. Am Kirmesmontag wurde der Mutterboden abgeschoben, anschließend gingen die Mannen um Averbeck auf die Kirmes. Dann ging es zur Sache. Innerhalb von knapp vier Monaten wurde die Biogasanlage , die künftig 1,3 Megawatt Strom per Anno erzeugen wird, aus dem Boden gestampft.

Besonders wichtig: Der erste Strom wurde vor dem 1. Januar 2012 erzeugt. Denn ab diesem Datum wird die Vergütung für den regenerativen Strom im Rahmen des Erneuerbare Energie Gesetzes (EEG) drastisch gesenkt. „Wir können uns nur beim Bürgermeister Peter Vennemeyer , bei Aloys Wilpsbäumer und bei den Stadtwerke für ihre Unterstützung bedanken. Ohne sie hätte das alles nicht geklappt“, sagte Averbeck und lud anschließend zum Umtrunk auf den Kinderbauernhof Wigger.

Das Gas, das in der Anlage produziert wird, wird künftig an drei Standorten verstromt. An der Anlage selbst steht ein 500-Megawatt-Blockheizkraftwerk. Mit der entstehenden Abwärme soll ein Gartenbaubetrieb geheizt werden, der von Münster auf das Nachbargrundstück zur Anlage umsiedelt. Außerdem gibt es Pläne, demnächst direkt an der Anlage Holzhackschnitzel zu trocknen und zu produzieren.

Das zweite Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 300 Megawatt steht nur wenige 100 Meter entfernt am Kinderbauernhof Wigger. Mit dieser Abwärme werden mehrere Höfe beheizt.

Und das dritte, 500 Megawatt starke Blockheizkraftwerk steht an der Fahrradstation an der Schöneflieth. Mit dessen Abwärme wird das Schulzentrum an der Teichstraße, das Sportzen­trum Schöneflieth und das Freibad beheizt. Die letzten beiden Blockheizkraftwerke werden zurzeit noch nicht mit dem Biogas gespeist.

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