Die Rampe ins BMX-Glück
Jugendliche bessern mit viel Engagement und Muskelkraft ihre Dirtbahn am Hallenbad aus

Greven -

Ein paar Jungs klopfen mit den Rückseiten ihrer Schaufeln die Erde an einem Hügel fest, unter einem bewölkten April-Himmel bei acht Grad. Nicht gerade das, was man landläufig unter Spaß versteht. Die Jugendlichen – der jüngste zwölf, der älteste 17 Jahre alt – machen es trotzdem, freiwillig und in den Ferien. Wie in den vergangenen Jahren haben sie seit Montag die BMX-Dirtbahn auf der Wiese neben dem Hallenbad ausgebessert, Unkraut entfernt und die Hügel gewässert, damit die Erde richtig fest wird. Um die Lücke an der Startrampe zu schließen, rückte der Baubetriebshof mit schwerem Gerät an und schob die Erde auf. „Über diese Unterstützung freuen wir uns sehr“, sagt Marta Bruvers, Sozialarbeiterin im Team der Karderie.

Donnerstag, 05.04.2012, 19:04 Uhr

Die Rampe ins BMX-Glück : Jugendliche bessern mit viel Engagement und Muskelkraft ihre Dirtbahn am Hallenbad aus
Endlich wieder eine ordentliche Rampe zum BMX-Fahren: In dieser Woche haben die Jugendlichen zusammen mit dem Team der Karderie ihre Dirtbahn am Hallenbad ausgebessert. Daniel Runge (vorne links) und Max Berghaus (vorne rechts) haben die Bahn im Jahr 2008 schon mitgeplant. Foto: bam

„Das Engagement der Jugendlichen, sich in den Ferien zu beteiligen und ihre Bahn auszubessern, ist seit Jahren ungebrochen“, lobt Marta Bruvers weiter. Die Karderie – außerdem vertreten von der Mitarbeiterin Laura Averbeck und Hannah Brauer, die ihren Bundesfreiwilligendienst hier leistet – organisiert alles und bringt die Schaufeln mit. Die Arbeit machen die Jugendlichen selbst. „Es waren natürlich nicht an jedem Tag alle da“, sagt Laura Averbeck. „Aber es haben jeden Tag zehn bis 15 Jugendliche mitgeholfen.“ Gleich neben der Dirtbahn liegen die BMX-Räder von Max Berghaus (17) und Daniel Runge (16) im Gras – wenn alles fertig ist, muss das Bauwerk schließlich gleich ausprobiert werden. Die beiden waren schon dabei, als die Dirtbahn 2008 geplant wurde. Jetzt geben sie den Jüngeren Tipps für den Dirtbahn-Bau und BMX-Kunststückchen. Sie erklären auch, dass man zu schnell mit dem Rad wegrutscht, wenn die Rampe nicht ordentlich präpariert ist. „BMX fahren war hier früher eigentlich nicht richtig möglich. Im Skate-Park liegen Scherben, und dann fährt man sich gleich einen Platten“, erzählt Max Berghaus. Dass sie den Freiraum haben, selbst zu überlegen und mitzureden, wie die Bahn aussehen soll, findet er besonders gut. „Und dass man dann auch die eigene Muskelkraft einsetzt.“ Wieso sie ihren Kopf und ihre Muskeln für die Dirtbahn strapazieren, an vier Tagen jeden Vormittag anpacken? „BMX fahren macht einfach Spaß, und so sitzt man nicht die ganze Zeit am PC“, sagt Daniel Runge. „Vormittags verpasst man sowieso nichts“, findet Max Berghaus. „Stimmt“, sagt Daniel und lacht. „Im Fernsehen läuft da auch nichts.“

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