Büro Wolters präsentiert Ideenskizzen
Ortsmitte: Mehr Grün, weniger Verkehr

Reckenfeld -

Man möge die Skizzen bitte nicht als Entwurf verstehen, betont Stadtplaner Christian Jakob. Der Begriff „Entwurf“ impliziere, dass ein solcher irgendwann auch so umgesetzt werde. So weit sei man aber noch lange nicht. Die Skizzen seien vielmehr Vorschläge, die das Büro Wolters und Partner erarbeitet habe. Diskussionsgrundlage. Eine Einladung gewissermaßen.

Donnerstag, 03.05.2012, 18:05 Uhr

Die beiden Skizzen sind die gezeichnete Zusammenfassung der Vorstellungen, die die Reckenfelder in der Planungswerkstatt und im Lenkungskreis erarbeitet haben. Noch ohne verbindlichen Charakter, gleichwohl an einigen Stellen richtunggebend. Wie die Ortsmitte mal aussehen wird? Welche Nutzungen denkbar sind? Das ist auch nach der jüngsten Sitzung des Lenkungskreises am Mittwochabend noch weitgehend offen. Aber manches hat sich wohl als mehrheitsfähig herauskristallisiert. Etwa der Erhalt des Marktplatzes als Veranstaltungsort. „Das ist schon ein Ort der Identifikation“, sagt Jakob . Viele Reckenfelder können sich zudem vorstellen, das frühere Schulgebäude – oder zumindest einen Teil davon – künftig als Bürgerhaus zu nutzen. Wie Ulrike Penselin von der Stadtverwaltung berichtete, gebe es jedoch noch keine Fortschritte bei der Erarbeitung eines Konzeptes durch den Bürgerverein. Dass auf den Skizzen das Schul-Areal komplett überplant sei, heiße jedoch noch gar nichts. Ende Mai soll es Gespräche mit dem Bürgerverein geben. Dann solle sich klären, ob der Traum vom Bürgerhaus aufrecht erhalten werden kann. Im Lenkungskreis sei diese Frage durchaus hitzig diskutiert worden, räumten Penselin und Jakob ein. Gleiches gelte für die Überplanung der Sportplätze. Obwohl durchaus denkbar, dass dort mal Wohngebäude stehen werden, sei diese Frage derzeit nicht akut. Akut scheint aber der Bedarf zu sein, der Bahnhofstraße den trennenden Charakter zu nehmen. Schmaler soll sie werden, ihre Parkstreifen verlieren und eventuell mit einheitlicher Pflasterung optisch mehr dem Umfeld angeglichen werden. Sie werde derzeit „als Zäsur“ wahrgenommen, sagt Jakob. Dass soll sich ändern. So soll dem Straßenverkehr sein im Ortskern dominierender Charakter genommen werden. An mehreren Stellen sieht das Büro „Wolters Partner“ Potenzial für eine zusätzliche Bebauung, etwa auf dem Parkplatz nordöstlich der Kirche. Entstünde dort Einzelhandel, biete dies laut Jakob die Chance, einen Rundlauf zu schaffen und die Einzelhandelsangebote der Ortsmitte besser zu vernetzen. Der mehrfach geäußerte Wunsch eines Mehrgenerationenparkes in der Ortsmitte schlug sich in entsprechender Berücksichtigung in beiden Skizzen nieder. Mehr Grün, eine Verlegung der Bushaltestelle in Richtung Kreisel, die Sanierung von Fassaden, architektonische Mindestanforderungen für Neubauten, eine Neuanordnung der Parkflächen auf dem Kirchplatz, eine Reduzierung von großen Werbeanlagen – dies und mehr sind weitere denkbare Mosaiksteine, die dazu beitragen könnten, die Reckenfelder Ortsmitte zu stärken. Ziel ist es, bis Ende August einen Antrag zu formulieren, der den Weg zu Städtebaumitteln aus dem Fördertopf „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ ebnen soll. Eine solche Förderung war bereits für Grevens Innenstadt gewährt worden. Um solche Förder-Mittel dann auch tatsächlich in Anspruch nehmen zu können, sei neben der Einsicht der Bezirksregierung, dass es in Reckenfeld Handlungsbedarf gebe, vor allem eines nötig: die Bereitschaft der Reckenfelder, sich einzubringen. „Damit diese teilweise fantastischen Ansätze keine Fantasie bleiben, brauchen wir privates, finanzielles Engagement“, wirbt Jakob bei Anliegern und Immobilienbesitzern um Unterstützung. Das könne bedeuten – etwa im Fall des Mehrgenerationenparks – mal eine Schüppe in die Hand zu nehmen, aber auch „echtes“ Geld zu investieren. Sollte der Förderantrag Erfolg haben, müssten die Stadt etwa zehn und private Investoren 20 Prozent zuschießen. „Man muss das so sehen: Für jeden privaten Euro gibt es vier Euro obendrauf“, so Jakob. ► In einer Stadtteilkonferenz am 1. Juni werden die Skizzen öffentlich vorgestellt. Anregungen zum Integrierten Handlungskonzept sollten bis zum 21. Mai eingereicht werden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/718598?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F698703%2F738956%2F
Die Römer sind auf dem Vormarsch
Angriff!Grimmig gucken können die Freizeit-Legionäre Ralf Koritko, Carsten Kraft und Niels-Benjamin Hahn (v.l.) schon. Wilfried Gerharz Wilfried Gerharz
Nachrichten-Ticker