Treffpunkt für Jung und Alt
Ortsmitte-Skizzen sehen Generationen-Park vor

Reckenfeld -

Ein „Relikt aus der Zeit der autogerechten Stadt“ sei die starke Dominanz des Verkehrs in der Reckenfelder Ortsmitte, meint Stadtplaner Christian Jakob. Breite Straßen, wenig Grün, viele Parkplätze – das sei nicht mehr zeitgemäß. Zudem reduziere es die Funktion der Ortsmitte zu sehr auf die bloße Erreichbarkeit mit dem Auto. Und fürs Ambiente? Ist die Auto-Dominanz auch nicht förderlich.

Sonntag, 06.05.2012, 14:05 Uhr

Also müsse es das Ziel sein, den Autoverkehr zurückzudrängen, wenngleich nicht ganz aus dem Ortskern zu verbannen. Da sieht sich Jakob mit den meisten Reckenfeldern auf einer Seite. Ergo schlug sich dieses Ziel auch in beiden Ideenskizzen nieder, die das Büro „Wolters Partner“ sozusagen als Essenz des bisherigen Diskussionsprozesses erarbeitet hat (WN berichteten). Noch einen anderen Aspekt sieht Jakob ganz oben auf der Agenda, wenn es um die Zukunft der Ortsmitte gehe: „Wir sollten auf keinen Fall das Thema Kinder und Jugendliche vergessen.“ Zwar sei der oft geäußerte Wunsch nach einer Skateranlage im Ortskern kaum zu realisieren, aber in einem Mehrgenerationenpark könnten die Bedürfnisse der jungen Reckenfelder durchaus aufgegriffen werden. Begegnung zwischen Jung und Alt zu ermöglichen soll Ziel dieses Parks sei, den die Wolters-Planer zeichnerisch auf dem Schul-Gelände verorten. Mal in dem bislang schon begrünten Bereich direkt im Anschluss an die Bahnhofstraße, mal etwas weiter nördlich nahe den Sportplätzen (siehe Skizze rechts). Auch die umliegend eingezeichneten Wohn- und Geschäftshäuser sind derzeit nur „provisorisch“ eingeplant – somit jederzeit anders anzuordnen. Dass das SCR-Sportgelände langfristig einer Wohnbebauung weichen könnte, ist planerisch bereits berücksichtigt. Die mögliche Zufahrt zu einem dort angesiedelten Wohngebiet ist durch einen Pfeil angedeutet. Doch noch ist die Frage „Sportplätze überplanen oder nicht“ gänzlich offen. Der SCR argumentiert bislang offenbar, dass die Sportanlage doch funktioniere, ein Umzug daher nicht nötig sei. Gleichwohl könnte sich das ändern, wenn ein Teil der bislang auf dem Schulgelände genutzten Parkplätze wegfielen, was bei Heimspielen zum Problem werden könnte. Eine eindeutige Tendenz ist in dieser Frage derzeit nicht auszumachen. Dass der Reckenfelder Ortskern generell eine Aufwertung vertragen könnte, steht für Jakob außer Frage. Zwar gebe es im Ruhrgebiet sicher Städte mit deutlicherem – selbst von Laien erkennbarem – Bedarf. Dagegen müsse man für Reckenfeld konstatieren: „Die Lage hier ist nicht dramatisch oder existenzgefährdend. Aber mann muss ja auch nicht warten, bis das Kind endgültig in den Brunnen gefallen ist.“ Insofern sei die mögliche Umgestaltung der Ortsmitte als präventive Maßnahme zu verstehen, die die Existenz des Ortskerns und der dort verankerten Angebote – damit auch des Einzelhandels – langfristig sichern soll. Am fehlenden Engagement der Reckenfelder sollte die Umsetzung nicht scheitern: „Faszinierend. Hier gibt es schon eine unglaubliche Bereitschaft der Bürgerschaft, sich zu beteiligen“, freut sich Jakob.

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