Kleine eifern dem Großmeister nach
Kita „Villa Kunterbunt“ beschäftigt sich mit Friedensreich Hundertwasser

Reckenfeld -

Bunt, schräg, spektakulär – so wirkt die Kunst von Friedensreich Hundertwasser nicht nur auf Erwachsene, sondern auch auf Kinder. In der Kita Villa Kunterbunt mussten die Erzieherinnen die Kinder deshalb nicht lange überreden, sich eingehend mit dem Künstler zu beschäftigen.

Freitag, 13.07.2012, 17:07 Uhr

Im Februar haben die Steppkes damit begonnen, den Mann mit dem komischen Namen genauer unter die Lupe zu nehmen: Erste Erkenntnis: „In echt“ heißt er ganz anders. Friedensreich Hundertwasser ist ein Künstlername. Was lag also näher, als sich selbst für das anstehende Projekt auch Künstlernamen zuzulegen? Billie, Frank Baggerfahrer, Marten Zucker – die Kinder bewiesen große Phantasie. Gleiches gilt auch für die künstlerischen Aktivitäten, die sich anschlossen. „Die Kinder hier sind Künstler, ganz eindeutig“, sagt Einrichtungsleiterin Britta Marx und blickt auf eine großes Arsenal von Bildern, das in den vergangenen Wochen entstanden ist. Doch bevor die Jungen und Mädchen aktiv wurden, haben sie sich zunächst mit der Person Hundertwasser und seiner Kunst auseinandergesetzt. Das Foto eines älteren Mannes identifizierten sie nach einigem Raten als Abbild eines Künstlers. Am Bart und dem „komischen Hut“ haben sie ihn erkannt, verrät Marx. „Das ist doch der aus dem Buch“, habe eine Junge blitzgescheit kombiniert. Mehrere Bücher über Hundertwasser hat sich die Einrichtung in der Bücherei ausgeliehen. „Die sind ganz begehrt“, weiß Britta Marx. Doch schon bald wollten – und durften – die Kinder auch selbst kreativ werden. Zunächst malten sie Bilder sowie von Hundertwasser gestaltete Säulen und Häuser nach. Später dann schufen sie eigene Kunstwerke, in denen sie Techniken und Stil des großen Meisters imitierten. Herausgekommen ist ein wahres Meer von Bildern. Nicht nur das: Mit verschiedenen Materialien spürten sie auch den Formen nach, die Hundertwasser inspirierten. Spiralen etwa. „Es ist uns ganz wichtig, viele verschiedene Dinge anzubieten. Denn nicht jedes Kind malt gern. Aber: Jedes Kind kann 100 Sprachen, um sich auszudrücken. Das wollen wir fördern“, sagt die Kita-Chefin. Dass sich die Einrichtung in Trägerschaft der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland der so genannten Reggio-Pädagogik verschrieben hat, ist unter anderem an einem großen Kreativbereich abzulesen. Dort lagern kistenweise Materialien, die zum Bauen, Basteln und Gestalten genutzt werden. Knöpfe, Stoffe, Plättchen und vieles mehr. „Von Joghurtbechern und Klopapierrollen sind wir weg. Alles was glitzert und blinkt ist für die Kinder ein Schatz“, sagt Marx. Im Rahmen eines Tages der Offenen Tür am 15. August – eingebettet in das Kunstprojekt „QuARTier Reckenfeld “ – wollen die Kinder ihre Ergebnisse zeigen. Dann wird auch das spektakuläre Abschlussprojekt präsentiert, für das die Vorarbeiten bereist laufen. Eine oder mehrere Säulen im Außenbereich sollen im Stile Hundertwassers mit Fliesen gestaltet werden. Dafür sucht der Kindergarten übrigens noch Fliesen-Spenden, gern auch Bruchfliesen.

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