12. Westerode Open Air: Acht Bands rocken die Bauerschaft
Eine einmalige Atmosphäre

Greven -

Zwei schwarze Pfeile auf einem provisorisch an einen Baum gehefteten Schild zeigen den Weg an: Immer geradeaus, den huckeligen Wirtschaftsweg entlang, will der Weghinweis seinem Betrachter sagen: „Hier geht’s zum Westerode Open Air Festival.“ Danke für die Info, aber den Weg, der zum zwölften Westerode Open Air führt, den kann man fast schon von alleine finden. Irgendwo im tiefen Grevener Westen wummert nämlich irgendetwas, etwas Tiefes und vor allen Dingen etwas Lautes.

Sonntag, 12.08.2012, 14:08 Uhr

12. Westerode Open Air: Acht Bands rocken die Bauerschaft : Eine einmalige Atmosphäre
„Goodbye Fairgound“ aus Essen beschallen die rund 250 Zuhörer mit guter harter Musik und natürlich reichlich Dezibel. Foto: Jannis Beckermann

Die Abendsonne steht bereits ziemlich tief, als wolle sie sich schnell verdrücken. Ohne Ohropax oder Watte in den Ohren ist das für Normalsterbliche verständlich, wenn man direkt vor den großen Boxen steht, die auf dem Hof der Familie Henrichmann-Ries aufgebaut sind. „Goodbye Fairgound“ aus Essen stehen da gerade auf den Bühnenbrettern und beschallen die rund 250 Zuhörer mit reichlich Dezibel. Wie das eben so ist bei Hardrock, Heavy Metal, Punk und Co. Während vor der Bühne das „Headbangen“ und „Pogen“ seinen Lauf nimmt, hat Frank Wardemann ein wenig weiter weg Platz genommen. Unter einem Zeltdach, daneben stehen Grill und Bierbänke – die klassische Infrastruktur fürs Westerode Open Air, das Wardemann schon in seinen Anfängen erlebt hat. Die Band seines Kumpels und Mitorganisators Michael Ries spielte damals vor ein paar Freunden, was so gut ankam, dass im Laufe der Jahre mehr daraus wurde. „In den ersten Jahren haben wird mit Holzpaletten eine Bühne gezimmert“, erinnert sich Wardemann, „Das war eine ziemlich wackelige Angelegenheit.“ Später kamen Lkw als improvisierte Bühne. Heute ist alles deutlich professioneller – von der Lichttechnik bis hin zum komplexen Mischpult. Mehr als 30 fleißige Helfer packen mit an, damit das Festival mit seinen acht Bands gestemmt werden kann. Die Planungen laufen meist im Januar an, spätestens im Juni müssen die auftretenden Gruppen stehen. „Und natürlich müssen auch die Nachbarn mitspielen“, erwähnt Frank Wardemann einen nicht unwichtigen Teil der Festivalplanung. Punk und Heavy Metal sind nun mal nicht die leisesten Musikgenres. „Probleme hatten wir deswegen aber noch nicht“, betont Wardemann. Ganz im Gegenteil kämen die Nachbarn gern zu Besuch – mit Sicherheitsabstand von den Boxen und zumeist mit Ohrenschutz. Gleichgesinnte für den Reporter, der sich ähnlich präpariert ans Fotografieren begibt. Die Melodien und Texte der Bands erschließen sich so auch etwas einfacher. Selbst die Bandmusiker tragen deshalb sogenannte „InEars“ im Ohr. Als die Sonne dann endgültig hinterm Horizont verschwindet und zur blauen Stunde mit „Snareset“ und „Victima“ die Headliner des Abends ihren Auftritt haben, lässt es sich wirklich nicht mehr verleugnen: Die Westeroder Atmosphäre ist eine einmalige. Und die Musik hört man auch noch auf der Rückfahrt. Echt Praktisch.

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