Junge Männer in Rheine verurteilt
Zwei Jahre Haft für Messerstecher

Greven/Rheine/Neuenkirchen -

Zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung forderte der Staatsanwalt in dem Prozess gegen die beiden angeklagten Messerstecher aus Rheine und Neuenkirchen, der gestern vor dem Jugendschöffengericht Rheine beendet wurde. „Hätten Sie ein Geständnis abgelegt, hätte ich zwei Jahre auf Bewährung mitgemacht, so nicht“, begründete er. Das Jugendschöffengericht urteilte wegen des langen Zeitabstandes zwischen Tat und Prozess und der verhalten positiven Prognose milder: zwei Jahre mit der Chance, sich in den kommenden sechs Monaten mit 150 Sozialstunden und einer Therapieauflage für den Älteren eine Bewährung zu verdienen. Bei der Tat waren die beiden jungen Männer etwa 18 Jahre alt.

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Montag, 17.09.2012, 17:09 Uhr

Am Bahnhof in Emsdetten kam es am 4. September 2009 zu einer Massenschlägerei zwischen zwei Gruppen aus Greven und aus Rheine . „Seid Ihr cool?“ – „Ja.“ Das soll der Auslöser der Gewalttat gewesen sein. Andere Zeugen gaben an, dass es eine Rivalität zwischen Türken und Kurden gegeben habe. Von 16 Verfahren wurden 14 eingestellt. Da die Verletzungen mit Messerstichen in Brust und Bein von zwei Cousins aus Greven so gravierend waren, wurde das Verfahren gegen die gestern Verurteilten ausgeschöpft. Am Ende war das Gericht fest von der Schuld der beiden überzeugt, obwohl diese den Vorwurf der Messerstiche bis zum Schluss zurückwiesen. Der Angeklagte aus Neuenkirchen soll dem Grevener ein „Rambo-Messer“ ins Knie gerammt, der Jugendliche aus Rheine seinem Gegner ein kleineres Messer in die Brust gestochen haben. Beide Opfer kamen auf die Intensivstation. Heute leiden sie noch unter Taubheitsgefühlen im Stichbereich. Die Opfer identifizierten die Täter. „Er hat mir bei dem Stich in die Augen gesehen“, sagte ein heute 19-Jähriger als Zeuge. „Das vergesse ich nie“. Auch sein Cousin versicherte: „Das Gesicht kenne ich noch in zehn Jahren.“

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