Martina Schumacher wird Schulpräventologin
Wohlfühlen macht klug

Greven -

„Ich bin immer gern zur Schule gegangen“, sagt Martina Schumacher und lacht. Früher als Schülerin, heute als Lehrerin für Französisch, Englisch und Sport an der Anne-Frank-Realschule. Doch die 55-Jährige weiß, dass es nicht allen so geht. „Wenn Lehrer nah am Burnout stehen, kann kein ausgeglichenes Lernklima entstehen“, sagt sie. Konflikte mit Schülern, Eltern und Kollegen, Bürokratie, Lärm – das alles kann schnell zu viel werden. „Gestresste Lehrer sind für Schüler eine Strapaze.“

Donnerstag, 18.10.2012, 16:10 Uhr

Martina Schumacher wird Schulpräventologin : Wohlfühlen macht klug
Martina Schumacher lässt sich zur zertifizierten Schulpräventologin ausbilden. Ihr Ziel: gesunde, entspannte und respektvolle Lehrer und Schüler. Foto: bam

Martina Schumacher lässt sich zur Schulpräventologin ausbilden, und zwar im Fernstudium vom Berufsverband Deutscher Präventologen in Hannover . Die Ausbildung dauert ein Jahr. Deutschlandweit gibt es erst zwei zertifizierte Schulpräventologen, 15 befinden sich in der Ausbildung. Martina Schumacher wird ihre Prüfung Mitte des kommenden Jahres ablegen. „Die Leute achten nicht genug auf sich“, findet Martina Schumacher. Wie bleiben Lehrer und Schüler aber gesund, was tut gut? Eine mediterrane Ernährung, moderate Bewegung, Entspannung, aber auch Psychosoziales wie Wertschätzung, Achtung und Konfliktbewältigung, lernt Martina Schumacher – immer auf den Schulalltag bezogen. „Es ist ein Riesenfeld.“ Deshalb konzentriert sie sich besonders auf die Lehrergesundheit. „Das steht an der Spitze.“ Und nach der Ausbildung? „Wir haben schon gute Ansätze an der Anne-Frank-Realschule – zum Beispiel die AG zur Ernährung. Ich würde daraus gerne ein Konzept für eine gesunde Schule machen“, sagt Martina Schumacher. Die Reaktionen der Kollegen seien noch „gemischt“ – eben weil sich kaum jemand vorstellen könne, was sich wirklich hinter dem Wortungetüm „Schulpräventologin“ versteckt. Bei der nächsten Schulkonferenz stellt sie ihre Ausbildung, die Ziele und die Möglichkeiten vor. Sie kann sich auch vorstellen, an andere Schulen zu gehen und dort die Lehrer zu stärken. Mehrere Projekte gleichzeitig zu haben, passt zu Martina Schumachers Leben: Neben der halben Stelle an der Realschule bietet sie auch noch selbstständig die japanische Entspannungstechnik Reiki und Massagen an. „Alles macht mir Spaß“, sagt Martina Schumacher. Und sie findet, dass ihre verschiedenen Tätigkeiten gut zusammen passen. „Das ist ja alles eins“, sagt sie. Sie selbst lernt für ihre Ausbildung zwei Mal die Woche im Fitnessstudio. „Mir werden 100 Seiten zum Durcharbeiten zugeschickt, die lese ich auf dem Crosstrainer. Und später in der Sauna lerne ich die Prüfungsfragen. Das ist nur eine Frage des Zeitmanagements.“ Außerdem habe sie so den richtigen Lernpuls – also die Frequenz, bei der das Gehirn am besten arbeitet. „Wenn ich mich bewege, kann ich mich besser konzentrieren.“ Dass neben bewegten Pausen auch bewegtes Lernen wichtig sei, sei viel zu wenig bekannt. Schule ohne Stress – das gebe es eigentlich nicht. „Aber es gibt ja auch positiven Stress. Was für den einen Herausforderung und Ansporn ist, kann für den anderen schon zu viel sein.“

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