Die ersten Camper sind schon am Hafen
Die Hartgesottenen

Greven -

Nein, für Urlauber, die gerne ein echtes Dach über dem Kopf haben und in Hotels nächtigen, wäre das wohl kaum denkbar. Bei mageren fünf Grad eingemummelt in einen Fleecepullover auf einer Wiese sitzen, den kalten Wind im Nacken spüren und dabei in aller Ruhe Schiffe beim Vorbeifahren beobachten – ein Graus für all jene, die den vorgewärmten Hotelpool auf Mallorca schätzen.

Donnerstag, 04.04.2013, 20:04 Uhr

Für die Münsteraner Ralf und Susanne Schulte ist das Wohnmobilcamp im Yachthafen Fuestrup eine Art Zweitwohnsitz fürs Wochenende.
Für die Münsteraner Ralf und Susanne Schulte ist das Wohnmobilcamp im Yachthafen Fuestrup eine Art Zweitwohnsitz fürs Wochenende. Foto: Jannis Beckermann

Nein, für Urlauber, die gerne ein echtes Dach über dem Kopf haben und in Hotels nächtigen, wäre das wohl kaum denkbar. Bei mageren fünf Grad eingemummelt in einen Fleecepullover auf einer Wiese sitzen, den kalten Wind im Nacken spüren und dabei in aller Ruhe Schiffe beim Vorbeifahren beobachten – ein Graus für all jene, die den vorgewärmten Hotelpool auf Mallorca schätzen. Für Ralf und Susanne Schulte ist eine solche Szenerie dagegen Entspannung pur. „Da kann man richtig die Seele baumeln lassen“, sagt das Camperehepaar, und lächelt, weil sich just in dem Moment die Sonne den Weg durch die Frühlingswolken bahnt.

Die Schultes sind eine Art Pioniere im Wohnmobilcamp des Yachthafens in Fues­trup , denn sie zählen zu den ersten Hartgesottenen , die in diesen Tagen in der Marina ihren Osterurlaub verbringen. 90 Stellplätze für Wohnmobile hat der Platz insgesamt. Gestern steht gerade mal ein gutes Dutzend rollender Ferienwohnungen auf dem Gelände – die Hauptsaison folgt natürlich erst im Sommer.

Für Ralf und Susanne Schulte bedeutet dieser Stellplatz aber mehr als eine Sommerepisode, er ist so etwas wie ein Wochenendhaus, eine Datsche zum Entfliehen aus der Stadt. Beide wohnen normalerweise im nicht weit entfernten Münster und kommen trotzdem seit Jahren für Kurzurlaube in die Marina. „Ein solches Kleinod quasi vor der Haustür zu haben, empfinden wir als echten Glücksfall“, sagt Camper Ralf Schulte, dessen Wohnmobil immerhin schon sein fünftes ist. Quasi seit der Jugend ist er so unterwegs. „Im Sommer geht’s dann immer auf größere Touren in den Süden.“ Im Alltag aber reicht den Schultes die Marina völlig.

Radfahren, lesen, am Kanal spazieren gehen – das genießen auch Karin Riekenbrauck-Vössing und Heinz-Günter Vössing aus Beverungen bei Höxter, allerdings erst zum zweiten Mal. Durch seinen ersten Besuch im vergangenen Jahr ist das Ehepaar zu Campern geworden. „Jetzt testen wir hier unser erstes eigenes Wohnmobil“, berichtet Heinz Vössing mit Stolz. Vom Platz und der Landschaft drum herum sind er und seine Frau mehr als angetan. Und die Bundesstraße, die nah am Hafen vorbeiführt? „Die haben wir noch gar nicht gehört“, sagt das Paar, das über Freunde nach Fuestrup gefunden hat. Eben jene campieren genau nebenan, und ergänzen noch einen letzten Punkt auf der Lobesliste. Dass der Platz neben üppiger Begrünung und gutem Restaurant auch für Haustiere geöffnet ist, sei ein besonderes Pfund des Marina-Camps. Die Spezies der Frühlingscamper ist ein weiteres.

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