Nähstube der Freilichtbühne
Salzstreuer trifft auf Biest

Reckenfeld -

In der Nähstube der Freilichtbühne stapeln sich Stoffe aus verschiedensten Materialien sowie Knöpfe, Bänder und andere Accessoires in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Und es gibt neun Frauen, die aus all dem die Kostüme für den Theatersommer 2013 zaubern.

Samstag, 01.06.2013, 03:06 Uhr

Seit Februar lassen Claudia Peters , Claudia Finke, Ingrid Edelkötter, Anne Rehnen, Carla Meijer , Gudrun Maslanka, Christina Neumann, Helen Buschschlüter-Roth und Ulrike Wittkopp-Erdmann zweimal die Woche die Nähmaschinen rattern. Dienstags und samstags, meist für etliche Stunden. „Kurz vor den Premieren immer noch ein bisschen mehr“, verrät Claudia Peters, bei der die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Die Frauen aus der Nähstube fertigen dabei so ziemlich alles an, was bei den Vorstellungen getragen wird. Kostüme, die es nicht von der Stange gibt. Aber auch Kleidungsstücke, die selbst gemacht einfach günstiger sind als gekauft.

Während Ingrid Edelkötter an einem roten Anzug für das Erwachsenenstück „Romeo und Julia“ näht, ist Carla Meijer mit dem Kostüm für den Salzstreuer aus dem Familien-Musical „Die Schöne und das Biest“ beschäftigt. Ein weiteres Salzstreuer-Outfit ist bereits fertig und hängt auf einem Bügel. „Für das Familienstück müssen wir viele Kostüme zweimal nähen“, verrät Carla Meijer. „Die Rollen sind meistens doppelt besetzt und nicht immer passt ein Kostüm beiden Darstellern.“ Immer wieder überprüft sie ihre Arbeit, schließlich soll alles gut aussehen. „Die Kostüme sollen so einfach wie möglich zu nähen, aber so effektvoll wie möglich sein“, betont Claudia Finke und deutet auf das fertige Salzstreuer-Kostüm. Das besteht aus grauem Stoff, der mit silbernem Material verziert ist. Darin eingenäht ist feste Watte, die dem Kostüm eine gewisse Stabilität verleiht. „Damit der Salzstreuer auch schön rund ist, kommt noch ein Hula-Hoop-Reifen drunter“, ergänzt Carla Meijer. „Und auf den Kopf kommt ein Küchensieb.“ Sie gibt zu: „Solche Kostüme zu nähen, ist schon sehr viel Arbeit. Aber wir haben auch immer sehr viel Spaß.“ Was man schon an den vielen lauten Lachern erkennt, die das Obergeschoss des Spielerheims erfüllen, während die Frauen bei der Arbeit sind.

Die sind, bis auf Schneidermeisterin Helen Buschschlüter-Roth, übrigens allesamt Hobbynäherinnen. „Wir haben aber auch noch eine professionelle Amateurin“, betont Claudia Peters und deutet auf Gudrun Maslanka, die schon seit 33 Jahren für die Freilichtbühne näht. „Sie hat auch immer sehr viele Ideen.“

Die sind vor allem bei „Die Schöne und das Biest“ gefragt – ein Stück, in dem zahlreiche fantasievolle und aufwendig gestaltete Kostüme zu sehen sein werden. „Aufwendig sind sie alle“, berichtet Carla Meijer, „aber das aufwendigste Kostüm von allen ist das Kleid, das Belle am Ende des Stücks trägt. Das zu nähen, hat fast 40 Stunden gedauert.“ Mehr darf sie nicht verraten. Denn wie dieses besondere Kleidungsstück aussieht, soll bis zur Premiere am morgigen Sonntag geheim bleiben.

Ein Blick in die Nähstube verrät: Nicht nur auf dieses Kostüm dürfen die Zuschauer auf der Freilichtbühne gespannt sein.

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