Ungepflegte Rasengräber in Reckenfeld
Unkraut knöcheltief

Reckenfeld -

Monika Thorns Eltern liegen in einem Rasengrab auf dem Friedhof in Reckenfeld. Seit Jahren beschwert sich die Frau über die ungepflegten Gräber, um die sich die Friedhofsverwaltung kümmert. Die gelobt jetzt Besserung.

Dienstag, 25.06.2013, 23:06 Uhr

„Ich finde das eine Unverschämtheit.“ Monika Thorn gibt sich gar keine Mühe, ihren Ärger zu verstecken. Sie ist sauer, sie ist enttäuscht und – ja, sie ist auch aufgewühlt. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Wilhelm Lenfort steht die Reckenfelderin am Grab ihres Vaters, den sie 2009 verlor.

Indes: Die Platte mit seinem Namen ist kaum zu sehen. Die Tafel ist überwuchert von hohem Gras und Unkraut . Wenige Meter daneben ist Monika Thorns Mutter bestattet, die 2012 starb. Auch sie ist in einem Rasengrab beigesetzt worden. Monika Thorn dachte, das sei eine gute Idee. Sie selbst ist körperlich geschwächt und somit nicht in der Lage, die aufwendige Grabpflege zu leisten. Also entschied sie sich für Rasengräber. Um deren Pflege kümmert sich die Friedhofsverwaltung – eigentlich.

Beim Blick auf die ungepflegte Rasenfläche, die für ihre Eltern eine würdevolle Ruhestätte sein sollte, kämpft die Tochter mit den Tränen. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich Papa nicht hier begraben lassen. Ich mochte mit Mama erst gar nicht hier her kommen.“ Sie schämte sich regelrecht für das ungepflegte Grab, mochte ihrer Mutter diesen Anblick kaum zumuten. Als diese schließlich drei Jahre nach ihrem Mann auch starb, war Monika Thorn in der Zwickmühle. Sie entschied sich, die Mutter in der Nähe ihres Mannes bestatten zu lassen, also auch in einem Rasengrab – in der Hoffnung, dass die Rendantur die Pflege endlich in den Griff bekommen werde. Doch mehrere Anrufe und auch ein Bericht in den WN vor rund drei Jahren brachten laut Monika Thorn keine Besserung. Die Verwaltungsmitarbeiter hätten sich mit dem mehrfachen Wechsel des zuständigen Gärtners herausgeredet und versprochen, sich zu kümmern. Ohne nachhaltigen Erfolg.

Monika Thorn macht das Problem sichtlich zu schaffen. „Das ist eine Sache, die ich ganz schwer verkraften kann. Es sieht so aus, als ob ich nichts für meine Eltern übrig hätte.“ Wilhelm Renfort weiß, dass es auch anders geht: „In Greven sind die Rasengräber sehr schön gepflegt.“

Christa van Marwyk, in der Friedhofsverwaltung der Rendantur tätig, ist ab dem 1. Juli auch für Reckenfeld zuständig und verspricht, „schleunigst“ für Abhilfe sorgen zu wollen. Die Angehörigen beschwerten sich „zu Recht“ über den derzeitigen Zustand der Rasenfläche. „Da gibt es nichts zu beschönigen“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. „Die Angehörigen haben über den Bestatter ein Rasengrab bestellt – und dürfen auch ein Rasengrab erwarten.“

In Reckenfeld müsse „sicher mal ein Schnitt erfolgen“, auch die regelmäßige Bewässerung müsse besser klappen. Das wolle sie mit den Friedhofsgärtnern kurzfristig besprechen. Bis zum vergangenen Jahr waren die Arbeiten an eine Firma vergeben, aktuell hat die Rendantur eigene Mitarbeiter im Einsatz. Dass diese „natürlich auch einiges zu tun“ hätten, dürfe keine Ausrede sein. „Da muss dringend Hand angelegt werden, das geht gar nicht“, räumt Christa van Marwyk ein.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1741762?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F1781909%2F1817901%2F
Debatte um unzufriedene Mitarbeiter: Bewohner-Angehörige schalten sich ein
In der DKV-Residenz am Tibusplatz gibt es Ärger. Die Leitung lädt ihre Bewohner am Montag zum Austausch ein.
Nachrichten-Ticker