Zum 28. Mal Gimbter Kunsthandwerkermarkt
Gimbtes Markt ist Kult

Gimbte -

Als eine der größten Veranstaltungen dieser Art im Münsterland zeigte der Klassiker zwei Tage lang, warum er immer wieder mit dem Begriff „Kultstatus“ in Verbindung gebracht wird. Auch in der 28. Auflage hat er nichts von seinem Charme eingebüßt.

Sonntag, 18.08.2013, 15:08 Uhr

Zur kleinen Shoppingtour mit dem Flieger nach Mailand oder New York? An diesem Wochenende brauchte es das nicht. Es reichte ein Fahrrad, um ein sehr attraktives Ziel ganz in der Nähe zu erreichen: den Kunsthandwerkermarkt in Gimbte . Als eine der größten Veranstaltungen dieser Art im Münsterland zeigte dieser Klassiker zwei Tage lang, warum er immer wieder mit dem Begriff „ Kultstatus “ in Verbindung gebracht wird. Auch in der 28. Auflage hat er nichts von seinem Charme eingebüßt.

Wie sehr sich die Gimbter mit „ihrem“ Markt – und natürlich den Einnahmen daraus – identifizieren, ließ sich schon an der Begrüßung auf dem Parkplatz auf einer Wiese an der Grevener Straße ablesen. Dort hieß es, „Danke, dass Sie gekommen sind und viel Spaß“ und ganz freundlich wechselten zwei Euro Parkgebühr den Besitzer. Eine kleine Investition für das, was die Grevener Straße und die Dorfstraße bereithielten. An 130 Ständen boten Kunsthandwerker unterschiedlichster Art ihre Objekte feil, es duftete nach Reibekuchen und Pommes, die Biergärten der Wirtshäuser und Gaststätten im Ort waren voll und die Musik spielte – das alles in der malerischen Kulisse des Ems-Dorfs.

Einer der Trends: Schmuck aus Silberbesteck. Das Richtige für den, der sagen möchte: Dieser Ring war mal ein Löffel. Elke Schlüter aus Hüllhorst zum Beispiel bot diese modischen Accessoires an und klärte auch über Preisunterschiede auf: „Dänische Sahnelöffel sind teuer in der Beschaffung“, ließ sie sich in die Karten blicken. Gerade die Ringe aus diesem Material interessierten die Kundschaft am meisten. Wer nichts für Finger oder Hals suchte, sondern für den Garten, konnte ebenso fündig werden. Windräder, Eulen und Männchen aus Kupfer ragten aus den Pflanzbeeten empor, grimmige Torwächter ebenso wie angerostete Liebespaare aus Eisen. Schmuck und Ketten gab es in überreichlichem Angebot und stets von den Künstler selbst designt und gefertigt. Nicht wenige ließen sich bei der Herstellung über die Schulter schauen. Stefan Müller zum Beispiel, der ein Möbiusband aus Eisen mit einem Oxidationsmittel bearbeitete und so auf alt und rostig trimmte, oder Arnold Antons an seiner Drechselbank. Mittendrin zog Bänkelsänger Jüppchen Hahnebolz mit dem Bollerwagen seine Runde und verblüffte Marktbesucher mit den Klängen der gezupften Saiten seines Appalachen-Dulcimers. Wer nach Empfehlungen fragte, wurde mit Tipps überschüttet. „Super Stand“, hieß es über Silvia Höveners Nähstübchen, „aber der Stand da drüben ist auch toll und der daneben“.

Das Herausragende am Gimbter Kunsthandwerkermarkt brachte Wolfgang Swalinna inmitten seiner alpenländischen Krippen auf den Punkt: „ Das ist hier keine Fabrikware, sondern alles Handarbeit.“ Hin und wieder liegt das Gute eben so nah.

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