Aulakonzert:
Verwöhnstunde mit barocken Meistern

Greven -

Das Barockorchester L’ Arco verzauberte das Publikum beim Aulakonzert mit virtuosem Spiel und klanglichen Finessen.

Montag, 30.09.2013, 17:09 Uhr

Den Publikumsgeschmack auf ganz hohem künstlerischen Niveau getroffen – das Barockorchester L‘ Arco mit dem versierten Konzertmeister Christoph Heidemann verwöhnte am Sonntag beim Aulakonzert mit dem „Concert à plusierus instruments“ die Liebhaber feinster Musizierkunst. Mit dem „Concerto grosso F-Dur op. 6/2“ des italienischen Barockkomponisten Arcangelo Corelli verströmte das Orchester zum Wohlgefallen des Publikums mediterranes Flair im Saal, verband virtuose Spielweise mit klanglichen Finessen. Die einzelnen Sätze erstrahlten in einem jeweils adäquaten Gewand, Manierismen und Phrasierungen dieser Epoche waren stilistisch einfach glänzend beachtet worden.

Genauso hochwertig verwöhnte das Barockorchester bei dem allseits bekannten „Brandenburgischen Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048“ von Johann Sebastian Bach . Dieses für eine reine Streicherbesetzung komponierte Werk war bei dem Barockorchester L‘ Arco einfach bestens aufgehoben. Mit seiner authentischen und bis ins kleinste Detail stimmigen Musizierweise konnte das Orchester dieses Werk in all seinem Glanz erstrahlen lassen. Die drei Streichergruppen, unterstützt durch den sensibel begleitenden Cembalisten Eckhart Kuper, zeigten ein sehr differenziertes Klangbild. Sie konnten so den Aufführungsvorschriften Bachs glänzend nachkommen und einen stimmungsvollen Einblick in die Musizierweise dieser Zeit bieten. Nach dem lebendigen G-Dur Satz nutzte Christoph Heidemann die als Überleitung konzipierte Adagiopassage, um in der Tradition Albinonis über den gehaltenen Akkorden eine inspirierende Solo-Kadenz einzufügen.

Im mitreißenden Allegro-Satz ließ das Barockorchester seiner Spielfreude dann freien Lauf. Der tänzerische Charakter dieser stilisierten Gigue wurde so deutlich, die sich ständig abwechselnden Figurationen erklangen in einer makellosen Art. Mit gleicher Akribie und Spielfreude erklang dann als Abschluss des ersten Konzertteiles die „Suite d-Moll für 2 Oboen, Fagott, Streicher und b.c.“ von Johann Friedrich Fasch.

Als farben- und stimmungsreiches Beispiel barocker Kunst erklang diese Suite, deren einzelne kleine Sätze durch den starken Kontrast zwischen dem Bläser- und dem Streicherklang geprägt war. Mit seiner sensiblen und feinsinnigen Spielweise konnte der Cembalist Eckhart Kuper beim „Tripelkonzert a-Moll BWV 1044“ von Johann Sebastian Bach zusammen mit Gesa Trippler an der Traversflöte die Musikliebhaber begeistern. In den sehr farbigen Orchestersatz passte die Solovioline von Christoph Heidemann mit ihren exquisiten dynamischen Abstufungen einfach bestens hinein, genoss man den überaus kunstvoll gestalteten Dialog zwischen Orchester und Solisten. Virtuosität wurde bei ihren nicht zum reinen Selbstzweck, sondern war ganz in den Dienst der Musik gestellt. In die Londoner Welt des Georg Friedrich Händel wurden danach die Zuhörer entführt.

Das „Concerto grosso G-Dur op. 6 Nr. 1“ erklang als krönender Abschluss des Abends, wobei das Barockorchester mit Esprit und Leidenschaft genau die für dieses leicht pathetische Werk passende Klangbild schuf. Lebendigkeit und Grazie prägten die schnelleren Sätze, lyrische Melodieführung den langsamen Adagiosatz. Facettenreich und auf äußerste Detailgenauigkeit bedacht zeigte sich das Barockorchester L’ Arco nicht von einer akademisch bestimmten Seite, sondern musizierte ganz in barocker Tradition zum reinen Vergnügen des Publikums.

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