Augustinianer Jan Kruse fliegt als einziger Schüler aus Nordrhein-Westfalen zur Endrunde nach Indien
Im Finale der Schlauen-Olympiade

Greven -

Dabeisein ist alles, lautet die wohl bekannteste Olympia-Weisheit. Aber wer weiß, vielleicht schafft Jan Kruse ja noch eine Hürde mehr. Der Grevener nimmt als einziger Schüler aus NRW an der Junior Science Olympiade teil, zu der sich schlaue Schüler aus 50 Ländern der Welt Anfang Dezember in Indien treffen.

Donnerstag, 17.10.2013, 16:10 Uhr

Wer mit Erlenmeyerkolben, Glasmurmel-Sink-Versuchen und stöchiometrischen Koeffizienten nichts anzufangen weiß, ist bei dieser Olympiade eine totale Fehlbesetzung.

Wer aber noch keine 16 Jahre alt und so schlau ist wie Jan Kruse und Jia-Lin Shi , der kriegt am Ende vielleicht sogar ein Stipendium. Aber die Hürden bis zur Ziellinie sind hoch – etwas zu hoch für Jia-Lin, der es aber immerhin noch bis ins Bundesfinale schaffte, das 45 Schüler gewinnen wollten. Jan Kruse aber hat es tatsächlich geschafft: Zusammen mit zwei Sachsen, einem Bayern und zwei Sachsen-Anhaltinern fliegt er Anfang Dezember nach Pune in Indien zum Finale der Schlauen-Olympiade.

Als „Paukenschlag“ bejubelt das Augustinianum die Nachricht von Jan Kruses Erfolg und schreibt in einer Pressemitteilung: „Der Neuntklässler Jan Kruse, in der Vergangenheit bereits mehrfach prämierter Naturwissenschaftler, gehört im Dezember zu den sechs Auserwählten, die Deutschland bei der Internationalen Junior Science Olympiade in Indien vertreten.“ „Ja, das ist ein toller Erfolg und ein schönes Signal dafür, dass es mit den Naturwissenschaften aufwärts geht“, kommentiert Schulleiter Dr. Volker Krobisch den Paukenschlag.

Die Internationale JuniorScience Olympiade ist der renommierteste Wettbewerb in der Sekundarstufe I, sie vereinigt alle naturwissenschaftlichen Fächer. Von anfangs bundesweit mehr als 2600 Teilnehmern waren vor wenigen Wochen noch 45 beim Bundesentscheid in Hamburg dabei. Lediglich vier der dort Antretenden kamen – ganz im Gegensatz zur Rangfolge der jüngsten PISA-Studie – aus NRW; neben Jan Kruse hatte sich dafür mit Jia-Lin Shi ein weiterer Augustinianer qualifiziert.

Und, schon aufgeregt? „Nö“, sagt Jan Kruse und gibt sich ganz entspannt, „für Indien mache ich nichts mehr.“ Mit Wettbewerben kennt er sich ja aus, hat schon mehrere gewonnen, unter anderem auch einen Russisch-Kontest. Seine Liebe und Leidenschaft aber bleiben die Naturwissenschaften. Was den Freizeit-Schwimmer und -Trompeter aber nicht davon abhält, auch in anderen Fächern ein Knaller zu sein, was er ganz lässig so erklärt: „Klar gibt’s auch Fächer, die ich nicht so gerne mag; aber das muss ja längst nicht heißen, dass ich darin nicht gut bin.“

Aus 50 Ländern kommen die Finalisten, die vom 3. bis 13. Dezember in Indien um den Olympia-Sieg rechnen, messen und tüfteln. Und niemand, erst recht nicht Schulleiter Krobisch, erwartet, dass Jan Kruse auch die allerletzte Hürde schafft: „Ganz egal, wie er abschneidet, wir sind schon jetzt mehr als zufrieden.“ Auch für die Schlauen-Olympiade gilt: Dabeisein ist alles.

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