Spende fürs Stadtarchiv
„Um Reckenfeld verdient gemacht“

Reckenfeld -

„Du sammelst doch alles, was mit Reckenfeld zu tun hat.“ Ungezählte Male hat Roland Böckmann diesen Satz gehört. Von Menschen, die ihm Bilder und Dokumente anvertrauen wollten – wohlwissend, dass sie bei ihm in guten Händen sein würden. Nun reichte Böckmann das, was er in rund 50 Jahren Sammelleidenschaft zusammengetragen hat, weiter ans Stadtarchiv (WN berichteten). Am Dienstag wurde die Schenkung offiziell vollzogen.

Dienstag, 15.10.2013, 17:10 Uhr

„Du sammelst doch alles, was mit Reckenfeld zu tun hat.“ Ungezählte Male hat Roland Böckmann diesen Satz gehört. Von Menschen, die ihm Bilder und Dokumente anvertrauen wollten – wohlwissend, dass sie bei ihm in guten Händen sein würden. Nun reichte Böckmann das, was er in rund 50 Jahren Sammelleidenschaft zusammengetragen hat, weiter ans Stadtarchiv (WN berichteten). Gestern wurde die Schenkung offiziell vollzogen.

Bürgermeister Peter Vennemeyer dankte im Namen der Stadt dafür, dass der Reckenfelder sein wertvolles Archiv durch die Überlassung für die Öffentlichkeit zugänglich mache. „Die Stadt wird davon profitieren“, freute sich der Verwaltungschef. Vennemeyers Dank galt auch einem seiner Vorgänger, Dr. Bernhard Schneider , der von 1967 bis 1986 Grevens Stadtdirektor war. Er ist seit Jahrzehnten gut mit Roland Böckmann bekannt und vermittelte die Schenkung. „Diese Dinge müssen doch aufbewahrt werden“, warb Schneider nach einer ersten Begutachtung des Böckmann-Archivs. Die Sammlung enthalte echte Raritäten, die Lücken im Stadtarchiv schließen. „Es ist nicht möglich, die Geschichte Reckenfeld zu schreiben, ohne diese Dokumente zu berücksichtigen.“ Er selbst habe noch Zeiten erlebt, als es in Reckenfeld keine Kanalisation, sondern nur Gräben gab. Seitdem hat sich viel, sehr viel geändert – dokumentiert unter anderem von Roland Böckmann. Insofern habe jener sich „um Greven und Reckenfeld verdient gemacht“. Der so Gelobte erwähnte fast beiläufig, dass auch das Militärarchiv Freiburg Interesse an seiner Sammlung hatte. „Roland, da hast Du gut daran getan, das nicht wegzugeben“, freute sich Schneider.

Archivleiter Dr. Stefan Schröder betonte den großen Wert der Sammlung, der einem Schatz gleiche und einige Diamanten enthalte. „Ein großes Glück“ sei es, dass sich Böckmann der Aufbewahrung der Dokumente verschrieben habe. Versuche, manche blinde Flecken im Stadtarchiv zu tilgen, seien bislang gescheitert – bis zur Böckmann‘schen Schenkung. „Das sind alles Informationen, die man nirgendwo anders bekommen kann.“ Kistenweise Plakate, Bilder, Kaufverträge, Grundbuchauszüge, Urkunden – darunter viele Unikate: „Mir kamen auch viele Zufälle zu Hilfe“, gab sich der eifrige Sammler Böckmann bescheiden. „Ich habe grundsätzlich alles gesammelt, was Reckenfeld bot. Ich habe viel Freude daran gehabt.“

Auch wenn seine Schenkung dem Stadtarchiv nun ein zusätzliches Platzprobleme und Arbeit für mehrere Monate beschert, nahm man diese Herausforderung nur allzu gerne an. „Wir wissen, was für einen Schatz wir hier bekommen“, sagte Dr. Stefan Schröder. Und Kollegin Angelika Haves hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Die Archivarin lebt in Reckenfeld, ihre Vorfahren gehörten zu den ersten Siedlern im Ort. Sie freut sich vor allem auf die Bearbeitung der vielen Fotos aus der Ortsgeschichte.

Und Roland Böckmann? Dem wird nicht langweilig. Er pflegt viele Hobbys und hat keine Mühe, seine Zeit sinnvoll zu nutzen. Nur Reckenfelder, die ihm etwas „vermachen“ wollen, müssen sich nun umstellen. Denn Roland Böckmann ist seit gestern der Mann, der nicht mehr alles über Reckenfeld sammelt.

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