Unternehmen im Porträt
Frisch geerntet und kalt erwischt

Greven -

Die Freeze-Dry Foods ist eines von vielen Unternehmen, die unter dem Dach der Groneweg-Gruppe weltweit Kräuter, Früchte und Gemüse haltbar machen.

Dienstag, 15.10.2013, 16:10 Uhr

Nur die Möhre sträubt sich und wird weiß vor Wut, wenn man sie in den Gefriertrockner steckt. Andere überstehen die schonende Prozedur ohne Murren. Bananen, Pilze, Brokkoli, vor allem aber Kräuter gewinnen, was ihren frischen Kollegen schon nach Tagen fehlt: monatelange Haltbarkeit. „Frische“, räumt Karl-Heinz Waszik , Geschäftsführer des Grevener Unternehmens Freeze-Dry Foods, ein „ist natürlich immer noch am besten, aber was wir hier machen, kommt dem am nächsten.“ Wobei „hier“ schon wieder nicht ganz richtig ist, denn Freeze-Dry Foods ist nur eines von vielen Unternehmen, die unter dem Dach der Groneweg-Gruppe weltweit Kräuter, Früchte und Gemüse haltbar machen. „Und das“, sagt Karl-Heinz Waszik, „macht man am besten gleich dort, wo die Sachen auch wachsen.“

Die Grevener Familie Groneweg steht mit ihrem Namen für große Erfahrung und Qualität auf höchstem Niveau. Dabei reichen die Wurzeln des Unternehmens zurück bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts, als Adolf Groneweg die VOX-Kaffee-Werke gründete und bereits damals erste Erfahrungen mit der Gefriertrocknung von Kaffee sammelte. 1971 allerdings kaufte Melitta die Muckefuck-Marke. 1978 dann gründeten Ursula und Dieter Groneweg die Freeze-Dry Foods GmbH, die sich in den 35 zurückliegenden Jahren zu einem weltweit agierenden Spezialisten für erstklassige gefriergetrocknete Lebensmittel entwickelt hat.

Bei der Gefriertrocknung werden beispielsweise die Kräuter auf minus 20 bis 30 Grad gekühlt; bei der Erwärmung im Vakuum geht das als Eis gebundene Wasser direkt in Wasserdampf über. Dadurch werden die Produkte wesentlich leichter. Für neun Gramm gefriergetrockneten Schnittlauch, nur als Beispiel, braucht man 90 Gramm Frischware. Wenn man dann erfährt, dass die Groneweg-Gruppe weltweit 3000 Tonnen Fertigprodukte gefriertrocknet, kann man sich ausrechnen, welche Mengen an Frischware dort verarbeitet werden. Kommen die gefriergetrockneten Produkte wieder mit Feuchtigkeit in Berührung, das kennt man vom Instant-Kaffee, saugen sie sich voll und erreichen wieder ihr Ausgangsgewicht.

Wie dem Gemüse und den Früchten das Wasser entzogen wird, das sieht man hier am Eggenkamp nicht, das geschieht in riesigen Gefriertrocknungs-Tunneln. Was man aber sieht, sind die enorm aufwendigen Vorarbeiten: „Alles fängt mit der Rohware an, und bei uns gibt es keine B-Qualität“, sagen die Geschäftsführer Waszik und Weddeling. Deshalb wird an etlichen Stationen geprüft, verlesen, begutachtet, gesiebt und herausgepickt, was in den Frost geschickt wird und anschließend vollautomatisch in Gläser, Tüten und andere Gebinde wandert.

Vertiefende Blicke auf die Erzeuger in Neuseeland , Indien, Kalifornien oder Peru, Lieferanten, Handelswege, Geschäftsbeziehungen, das Unternehmensgeflecht und die Firmenphilosophie der Groneweg-Gruppe bräuchten locker noch eine weitere Zeitungsseite. Zu lesen wäre da von der neuen Nische, die Krabben und Tintenfische ausfüllen und natürlich den Bio-, Halal- und Koscher-Zertifikaten. Oder der Tomate, die natürlich im Frost nichts verloren hat. Aber auch dafür haben die Grevener längst Lösungen gefunden, die auch für Schnittlauch, Paprika und Zitrusfruchtschalen taugen: Die werden nicht gefrostet, sondern luftgetrocknet; aber das ist schon wieder eine ganz andere Produktionslinie.

Alles fängt mit der Rohware an.

Markus Weddeling, Geschäftsführer

Bei uns gibt es keine B-Qualität.

Karl-Heinz Waszik, Geschäftsführer
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