Gimbte: Mix aus Abwärme aus der Biogasanlage Werning, Hackschnitzelheizung und Erdgasspitzenlastkessel
„Nahwärmeversorgung ist wirtschaftlich“

Gimbte -

Igel“-Kümmerer („Igel“ gleich Interessengemeinschaft Energie und Leben) und Fachleute erlebten am vergangenen Donnerstag in der Altdeutschen Schänke einen Höhepunkt der bisherigen „Igel“- Aktivitäten in Gimbte: Das vom „Igel“ im Schulterschluss mit der Stadt Greven beauftragte Ingenieurbüro „INeG“ aus Bad Iburg stellte an diesem Abend die Zahlen, Daten und Fakten für eine mögliche Nahwärmeversorgung für Gimbte dar. Und gleich vorweg stellte Diplom-Ingenieur Matthias Partetzke fest: „Die Maßnahme ist wirtschaftlich.“

Sonntag, 03.11.2013, 16:11 Uhr

Rund 20 „Igel“-Kümmerer („Igel“ gleich Interessengemeinschaft Energie und Leben) und Fachleute erlebten am vergangenen Donnerstag in der Altdeutschen Schänke einen Höhepunkt der bisherigen „Igel“- Aktivitäten in Gimbte : Das vom „Igel“ im Schulterschluss mit der Stadt Greven beauftragte Ingenieurbüro „INeG“ aus Bad Iburg stellte an diesem Abend die Zahlen, Daten und Fakten für eine mögliche Nahwärmeversorgung für Gimbte dar. Und gleich vorweg stellte Diplom-Ingenieur Matthias Partetzke fest: „Die Maßnahme ist wirtschaftlich.“

Im Folgenden zeichnete der Energieexperte den Anwesenden ein Bild von einer zukünftigen Wärmeversorgung der Haushalte in Gimbte. Statt wie bisher zu nahezu 100 Prozent abhängig von Gas und Öl und den ständig steigenden Kosten zu sein, könnte schon bald Wärme aus der Region die Gimbter Häuser versorgen. „Weihnachten 2014 könnten Sie schon klimafreundlich heizen“, macht Partetzke klar. Und das Beste ist, dass sich das auch im Portemonnaie bemerkbar machen würde. Jährliche Preisvorteile von 375 Euro für ein erdgasbeheiztes Haus und von rund 1000 Euro für ein mit Heizöl beheiztes, haben Partetzke und seine Kollegen für einen Musterhaushalt (Wärmebedarf 23 000 kWh pro Jahr) ausgerechnet.

Dieses Verhältnis wird in den kommenden Jahren nur noch besser. Aufgrund der festen EEG-Vergütung könnten die Wärmepreise in einem Gimbter Wärmeverbund noch 15 bis 20 Jahre deutlich weniger stark steigen, als dies bei Erdgas und Öl der Fall sein wird. Hinzu kommt, dass die Energiegenossenschaft in Partetzkes Musterrechnung auch noch Gewinne erwirtschaftet. „Da ist es dann an der Betreibergesellschaft – und damit bei Ihnen, den Gimbtern als Kunden, zu schauen, was damit passiert.“

Finanziert werden kann das Projekt zu je 20 Prozent aus Fördermitteln und Eigenkapital einer möglichen Genossenschaft und 60 Prozent Fremdkapital. „Das ist eine gute Quote“, weiß Partetzke aus ähnlichen Projekten.

Um diese Chance zu nutzen, müssten die Gimbter also eine Genossenschaft gründen. Diese könnte dann Abwärme aus der schon heute laufenden Biogasanlage Werning beziehen und damit rund 70 Prozent des Wärmebedarfs decken, den notwendigen Rest könnten eine Hackschnitzelheizung und ein Erdgasspitzenlastkessel liefern. Von einer Heizzentrale aus würden dann Rohre verlegt, die die Wärme in jedes Haus transportieren. Im Haus selber wird ein Wärmetauscher installiert, der das bestehende Heizsystem mit der Nahwärmeversorgung verbindet. „Dreck im Haus gibt es so gut wie keinen“, betont Partetzke.

Zum Ende seines Vortrages machte der Diplom-Ingenieur noch einmal klar: „Sie haben ein tolles Potenzial hier im Dorf, nutzen Sie es für sich und für die Zukunft“. Das ließen sich die Anwesenden nicht zweimal sagen. Nach kurzer Beratung war allen klar: Diesen Weg müssen wir weitergehen. Drei Mann erklärten sich bereit, die nächsten Schritte zu koordinieren: Josef Bruns, Daniel Schraeder und Matthias Pache. „Wir haben jetzt eine Genossenschaft in Gründung, am Mittwoch, 27. November, werden wir eine Bürgerversammlung einberufen, damit wir jeden im Dorf informieren und Fragen zu diesem tollen Projekt beantworten können“, macht Matthias Pache die nächsten Schritte deutlich. Und Hinnerk Willenbrink, „Igel“-Initiator, freut sich: „Der „Igel“ lernt laufen. Alle Gimbter sollten bei dieser einmaligen Gelegenheit mitmachen und ihre Energieversorgung in die eigenen Hände nehmen.“

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