Grevener schreibt ein Buch über Korea
Brinkhoffs Nummer eins

Greven -

Am liebsten hat er’s, wenn man ihn Weltenbummler nennt. Aber Ulrich Brinkhoff ist auch Fotograf, und Journalist steht in seiner Biografie, die um ein Kapitel erweiter werden muss: Brinkhoffs Nummer eins, das erste Buch des Greveners, das wiederum seiner Weltenbummelei zu verdanken ist . . .

Freitag, 08.11.2013, 17:11 Uhr

Korea ist weit weg, und ehrlich, wen interessiert es schon, wenn in Sokcho, Busan oder Seoul ein Sack Reis umfällt? Was aber, wenn ein Grevener dort in der deutschen Botschaft arbeitet, das Jahrhundert-Hochwasser des Han-Flusses miterlebt und dort sogar die Liebe findet?

Nicht irgendein Grevener, sondern einer, dessen Biografie ihn als Fotograf und Schriftsteller, vor allem aber als Weltenbummler beschreibt – Grevens womöglich buntester Hund: Ulrich Brinkhoff .

Jetzt hat er sein erstes Buch geschrieben; „Träume in der Morgenstille“ heißt Brinkhoffs Nummer eins, deutet aber gleich im Untertitel („Korea 1964/65“) an, dass es sich nicht um romantische Ausflüge über tau-benetzte Elysien handelt, sondern um eine politische und gesellschaftliche Bestandsaufnahme des Landes der Morgenstille.

Warum jetzt ein so weiter Blick zurück in eine Welt, die heutigen Europäern fremd, entlegen und exotisch vorkommen muss? Da hilft der Klappentext des 152-seitigen, reich bebilderten Buches: Zehn Jahre, ist dort zu lesen, tat der 1940 in Holzminden geborene Grevener Dienst an Deutschen Botschaften auf vier Kontinenten. So auch 1964/1965 im südkoreanischen Seoul. Eine Liebe war geweckt. Seitdem hat er Land und Leute immer wieder besucht. Als Zeitzeuge hält er die politischen Hintergründe des bedrohlich erhitzten Kalten Kriegs, den Alltag der Menschen, innerdienstliche Abläufe, die katastrophale Hangang-Überschwemmung und auch seine familiären Einblicke fotografisch fest. „Die Dokumentation“, heißt es dort im Wortlaut, „erinnert uns nachdrücklich daran, wie sehr Korea in den Nachkriegsjahren hat leiden müssen. Brinkhoffs klarer Blick auf Seoul heute lässt uns erahnen, welch riesigen Sprung Süd-Korea in seine hochmoderne technische Gegenwart gemacht hat.“

Ob die Grevener Brinkhoffs Träume in der Morgenstille mitträumen wollen, bleibt abzuwarten. Deutliches Interesse kommt derweil aus Berlin: Das Kulturinstitut der koreanischen Botschaft hat Brinkhoff zu einer Lesung eingeladen.

► „Träume in der Morgenstille“, agenda, 18 Euro.

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