Wellcome-Projekt
Schutzengel für Mütter

Greven -

Das Wellcome-Projekt startet Ende Januar in Greven.Die Idee: Ältere Menschen, die Erfahrung mit kleinen Kindern haben, begleiten drei bis vier Monate lang Familien mit einem Neugeborenen.

Freitag, 03.01.2014, 17:01 Uhr

„Das Baby ist da, die Freude ist riesig – und nichts geht mehr.“ Junge Familien kennen das Problem – das Baby schreit stundenlang, mit der Nachtruhe ist es nicht weit her, ältere Kinder fühlen sich zurückgesetzt und proben den Aufstand. Wohl denen, die einen Opa oder eine Schwester haben, die einspringen, wenn Not am Mann ist. Aber dieser Glücksfall wird seltener in einer Zeit, die von der Gesellschaft vor allem Mobilität fordert. „Viele junge Familien haben kein soziales Umfeld“, sagt Beate Karasch , bei der evangelischen Jugendhilfe Münsterland für Kindertagesstätten zuständig. Der Verband will deshalb jetzt auch in Greven das bundesweite Programm „Wellcome“ installieren. Die Idee: Ältere Menschen, die Erfahrung mit kleinen Kindern haben, begleiten drei bis vier Monate lang Familien mit einem Neugeborenen – so lange also, bis sich der Alltag nach der Geburt eingependelt, die frisch gebackenen Mütter an Sicherheit gewonnen haben. Karasch: „So wollen wir dazu beitragen, dass sich Krisen erst gar nicht entwickeln.“

In der Praxis wird das so aussehen, dass die Kitas Villa Kunterbunt in Reckenfeld und Il Nido in der Wöste Anlaufstellen für das Programm sind. Denn die Kitas sind sowieso ständig in Kontakt mit jungen Müttern. Jutta Laumann von der evangelischen Jugendhilfe ist jetzt schon dabei, Ehrenamtliche und interessierte Familien zusammenzubringen. Es ist daran gedacht, dass die Unterstützer zweimal drei Stunden in der Woche für „ihre“ Familien da sind, vielleicht mit älteren Kindern auf den Spielplatz gehen oder die Mutter zum Arzt begleiten – „wie sonst Familie oder Nachbarn“, heißt es auf der Homepage der Initiative. Offiziell aus der Taufe gehoben wird das Projekt am 24. Januar.

Auf das Programm, das es bundesweit schon länger gibt (siehe Kasten) ist die evangelische Jugendhilfe gestoßen, als sie sich mit der Planung für den Il-Nido-Kindergarten beschäftigt hat. „Bei der Sozialraum-Analyse haben wir gemerkt, dass in der Wöste sehr viele Familien zugezogen sind, die 45 Stunden Betreuung brauchen, weil es keine Verwandten in der Nähe gibt“, sagt Beate Karasch. Außerdem füge sich die Initiative gut in das Konzept des Jugendamtes, das schon immer sehr viel Wert auf Krisenvorbeugung lege. Karasch: „Daher passte das alles sehr gut.“

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