Kampfmittelräumer am Werk
Sprenggranate im Garten

GREVEN -

Das hätte auch ins Auge gehen können: Bei der Gartengestaltung der Klimasiedlung in der Wöste fanden Arbeiter am Freitag eine Sprenggranate. Da sie aber keinen Zünder mehr hatte, bestand keine Gefahr.

Montag, 13.01.2014, 16:01 Uhr

In dem Mutterboden , den Landschaftsbau-Ingenieur Jens Korber (26) von der Firma „ Münsterland plus“ mit seinen fünf Mitarbeitern im Baugebiet „Wöste“ in der Klimaschutzsiedlung verteilt, findet er vor dem Planieren spitze Steine oder Stöcke, die er in Handarbeit aussortiert. Normalerweise. Am vergangenen Freitag war es ein explosiver Fund: eine Sprenggranate.

„Was ist das?“ fragte sich Korber zunächst stirnrunzelnd, „ein roher Stein, ein altes Rohr?“ Der Landschaftsbauer kratzte den Gegenstand aus dem Boden und dann konnte er ihn erst genau in der dunklen Erde erkennen: es war eine deutsche Sprenggranate. „40 bis 50 Zentimeter groß, acht bis neun Kilo schwer“, schätzt Korber, „aus einer Seite kam so eine blaue Masse aus Harz oder so heraus.“

Die Sprenggranate lag inmitten des Mutterbodens in der Nähe der Terrasse des noch unbewohnten Hauses an der Blaufärberstraße, die belebte Kita „il Nido“ nur einen Katzensprung entfernt. Ringsum Bauarbeiter, die an anderen Häusern arbeiten. Jens Korber stockte kurz der Atem, er legte seine Planierschaufel aus der Hand. Dann griff er entschlossen zum Handy und rief die Polizei . Die sperrte alles weiträumig mit rot-weißem Flatterband ab. Der Kampfmittelräumdienst aus Münster rückte an.

Erster Befund: Keine Gefahr, da die 8,8 cm Sprenggranate keine Zünder mehr hatte. Der Kontakt vorne war abgebrochen. „Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung“, betont Reiner Schöttler von der Kreispolizeibehörde auf WN-Anfrage.

„Auf der Baustelle machten wir erst noch Scherze“, sagte Korber, erst später am Abend wurde uns bewusst: Was wäre gewesen, wenn die Sprenggranate noch einen Zünder gehabt hätte?“

In Kriegszeiten gab es in Greven eine Flak-Stellung. Ob die Sprenggranate daher stammt, ist offen. Ebenso, wie die Granate in den Mutterboden kam. „Der Boden stammt von einer anderen Baustelle in Greven“, ergänzt Korber. Auch bei der Explosion einer Weltkriegsbombe Anfang des Jahres in Euskirchen stammte das Erdreich von einer anderen Baustelle.

Das Ordnungsamt der Stadt überprüft regelmäßig aufgrund von Luftbildaufnahmen die Region nach möglichen Funden, sagt Ordnungsamtsleiter Michael Schreiber auf Nachfrage.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2154634?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F2580366%2F2582558%2F
WDR macht Platz für 130 Wohnungen
Von der Mondstraße zum Servatiiplatz (v.l.) Stadtbaurat Robin Denstorff, Studioleiterin Andrea Benstein, Oberbürgermeister Markus Lewe, Dr. Carsten Wildemann (Leiter der WDR-Gebäudewirtschaft), Dr. Christian Jäger (Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau) und Dr. Thomas Robbers (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster) stellten die gemeinsamen Pläne von Stadt und WDR vor.
Nachrichten-Ticker