Clemens-Schwestern
Mitten im Leben

Greven -

Ein neuer Konvent, das ist ungewöhnlich in Zeiten, in denen christliche Orden mit Nachwuchsmangel zu kämpfen haben. In Greven ist dennoch ein solcher eröffnet worden. Die drei neuen Bewohnerinnen des Hauses sind Ordensschwestern, genauer gesagt Clemens­schwestern.

Dienstag, 04.03.2014, 17:03 Uhr

Dass die Bezeichnung „Schwestern-WG“ fällt, ist fast unvermeidlich. „Das ist der weltliche Ausdruck“ schmunzelt Schwester Lucia. Offiziell ist das, was das Haus am Grevener Fiskediek mit neuem Leben füllt, ein Konvent . Denn die drei neuen Bewohnerinnen des Hauses sind Ordensschwestern, genauer gesagt Clemens­schwestern .

Ein neuer Konvent, das ist an sich schon ungewöhnlich in Zeiten, in denen christliche Orden mit Nachwuchsmangel zu kämpfen haben. Die Idee dazu entstand im vergangenen Jahr. Bevor Schwester Angelique, die Jüngste des Trios, in diesem Jahr die Ewige Profess ablegt und sich damit dauerhaft an die Ordensgemeinschaft bindet, sollte sie noch in einem anderen Konvent Erfahrungen sammeln. „Da haben wir angefangen, etwas Neues zu denken“, erzählt Schwester Angelique. Es entwickelte sich die Idee, einen Konvent zu gründen, in dem vor allem die jüngeren Ordensschwestern unter einem Dach wohnen. Wobei „jünger“ relativ ist. Nur drei der insgesamt 335 Clemens­schwestern, haben die 50 noch nicht überschritten – zwei davon sind Schwester Gisela Maria und Schwester Angelique.

Alle drei Mitglieder der „Schwestern-WG“ gehen Berufen nach. Schwester Lucia arbeitet als Pastoralreferentin am Emsdettener Krankenhaus, Schwester Angelique als Sozialarbeiterin im Caritas-Kinderheim in Rheine und Schwester Gisela Maria ist General-Ökonomin am Mutterhaus des Ordens in Münster. „Unsere Finanz-Chefin“, scherzt Schwester Lucia. „ Greven hat sich von der Lage her angeboten“, sagt Schwester Gisela Maria. Zumal das Haus am Fiskediek, das der St. Martinus-Pfarre gehört, seit dem Auszug der Schönstatt-Schwestern vor drei Jahren leer stand.

Mitte Februar sind die drei Schwestern eingezogen. Die Renovierung des Hauses ist bis auf den Feinschliff abgeschlossen. Die angemietete Wohnung hat im Erdgeschoss Wohnzimmer, Küche und einen Gebetsraum, im ersten Stock sind die Zimmern der Schwestern und im Keller ein Besucherzimmer. Nach 14 Tagen ist die Aufgabenverteilung unter den Frauen noch nicht abgeschlossen. „Eine Dreierkonstellation ist eigentlich suboptimal, aber das wird sich noch entwickeln“, sagt Schwester Lucia.

Für alle drei ist Greven mehr oder weniger Neuland. Und wie sind die ersten Erfahrungen mit der Emsstadt?

„Hier wird gegrüßt“, ist Schwester Gisela Maria sofort aufgefallen. „Das finde ich sehr positiv.“ Ähnliches hat Schwester Lucia erlebt, als sie durch die Grevener Bauerschaften nach Saerbeck joggte und ab und an nach dem Weg fragen musste. „Die Leute waren alle sehr freundlich.“ 25 Kilometer Laufstrecke sind da zusammengekommen - für die gebürtige Niederrheinerin kein Problem. Sie schreckt auch vor 42,195 Kilometern nicht zurück – immerhin steht einmal im Jahr bei ihr der Münster-Marathon auf dem Programm. Schwester Gisela Maria ist dagegen begeisterte Passiv-Sportlerin in Sachen Fußball. Ihr Herz schlägt für Borussia Mönchengladbach.

Als einzige trägt Schwester Angelique die Ordenstracht, vor allem in der Freizeit. „Für mich ist das stimmig,“ sagt sie. Bei der Arbeit habe es Vorteile, in Zivil zu gehen. „Wenn ich mit den Kindern in Ordenstracht unterwegs bin, schämen einige sich“, hat sie festgestellt. Auch Schwester Luzia zieht normale Kleidung vor. „So kann ich den Patienten im Krankenhaus neutraler begegnen und werde nicht gleich in eine Schublade gesteckt.“

Schwester Angelique findet es schön, dass der Schulkomplex direkt um die Ecke ist und morgens die Schüler am Haus vorbeiziehen. Schwester Lucia bringt es auf den Punkt. „Hier ist man mittendrin.“

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