Street-Workout
Trainieren statt trinken und dopen

Greven -

10 000 Euro müssen Jugendliche aus dem Hansaviertel bei Sponsoren einwerben, um sich den Traum von einer Street-Workout-Anlage - eine Art Fitnessstudio unter freiem Himmel – zu erfüllen.

Freitag, 04.04.2014, 17:04 Uhr

Es kommt aus den USA – woher denn auch sonst, wenn es um einen neuen Trend geht. Das ganze nennt sich „Street-Workout“ und ist damit schon fast selbsterklärend. Eine Jugendgruppe aus dem Hansaviertel – sie nennen sich „Over the bar“ – gehen dieser neuen Sportart nach. Und: Die Jungs erklären das ganz pragmatisch: „Das ist ein Training mit dem eigenen Körpergewicht im Freien.“

Eric, Anton, Nikolai und mehrere weitere Kumpel betreiben diesen Sport schon seit einiger Zeit – allerdings trainieren sie nicht in einem Fitnessstudio oder einem speziellen Ort, sondern überall, wo es dazu Möglichkeiten gibt. „Wir machen das auf Spielplätzen, an Straßenschildern, an Fahrradsperren“, erklären die Drei den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses und zeigen Videos.

Aber: Dabei soll es nicht bleiben. Denn oft sind sie bei ihren Übungen anderen im Weg. Und deswegen möchten sie eine eigene Anlage haben, einen so genannten Trainingspark. Der ist 13 mal sieben Meter groß, besteht aus vielen, miteinander verbundenen Eisenstangen und kostet – ohne Aufbau – rund 14 000 Euro. Viel Geld für eine Clique Jugendlicher. Aber: Die Grundlage ist schon gelegt. Denn das Landesjugendamt wird das Projekt mit 5000 Euro fördern. Und der Rest: „Darum müssen sich die Jugendlichen selber kümmern“, erklärte Jugendarbeiter Kai Heukamp .

Das heißt: Eric, Anton, Nikolai und ihre Kumpel müssen in den nächsten Wochen potenzielle Sponsoren abklappern und bei denen um Unterstützung werben. Rund 10 000 Euro müssen sie so auftreiben. Wie sie meinen für einen guten Zweck. „Die Anlage ist für alle frei zugänglich, man braucht keine Verträge wie in Fitnessstudios abschließen und wir machen Sport anstatt rumzuhängen, zu trinken oder Drogen zu nehmen“, verdeutlichen die Jungs. Street-Workout sei einfach eine attraktive Möglichkeit die Freizeit zu gestalten.

Einen möglichen Platz für die Anlage haben sie sich auch schon ausgekuckt. Die könnte entweder am Spielplatz an der Staufenbergstraße oder an der Skateranlage am Hansring stehen. Aber bevor das so weit ist müssen die Jungs erst einmal Klinken putzen – auch eine Sportart, die allerdings nicht fit hält.

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