Kommentar
Das Ende der Unschuld

Wer es bisher nicht kapiert hatte, weiß es seit der letzten Nacht – der Klimawandel macht nicht vor dem Münsterland und auch nicht vor Greven halt. Ende der Ahnungslosigkeit. Wo bis vor 24 Stunden noch trügerische Gewissheit herrschte – nein, Elbhochwasser doch nicht hier, kroatische Sintfluten, aber nicht in Westfalen – macht sich Unsicherheit breit.

Dienstag, 29.07.2014, 15:07 Uhr

 
  Foto: Gunnar A. Pier

Wie schützen wir Leib, Leben und Gut? Können wir noch für Wochen in Urlaub fahren, ohne Haus und Hof mit Sandsäcken zu sichern? Zugegeben. Das klingt apokalyptisch, wird formuliert auch unter dem Eindruck der persönlichen Betroffenheit. Doch jüngste Erfahrungen mit lokalen Unwetterkatastrophen machen deutlich: Das war kein singuläres Ereignis. Fortsetzung folgt. Der Regen ebbt ab, das Grundwasser sinkt, Keller trocknen aus – und die Sintflut weicht aus unserem Gedächtnis.

Doch was bleiben wird, ist das Ende der Unschuld. Das Wissen, das wir selber für diese Klima-Misere verantwortlich sind. Trotz des schier unglaublichen Einsatzes der Rettungskräfte, die Schlimmeres verhindert haben, wissen wir seit diesem 28. Juli, dass Greven auch beim Thema Klimakatastrophen keine Insel der Glückseligen mehr ist.

Ulrich Reske

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