Gesamtschule ohne Namen
Wartezeit für „Schule Schöneflieth“

Greven -

Die Grevener Gesamtschule wird wohl vorerst namenlos bleiben. Schulleiter Krimphoff peilt eine Namensgebung, wenn überhaupt, erst „zum Ende unseres Entwicklungsprozesses, etwa zum ersten Abschlussjahrgang, an.“

Montag, 15.09.2014, 17:09 Uhr

Gesamtschule Greven – der Name ist schlicht und praktisch. Vorerst soll die Schule auch keinen neuen Namen bekommen – möglicherweise ändert sich das erst wenn der erste Jahrgang die Schule wieder verlässt.
Gesamtschule Greven – der Name ist schlicht und praktisch. Vorerst soll die Schule auch keinen neuen Namen bekommen – möglicherweise ändert sich das erst, wenn der erste Jahrgang die Schule wieder verlässt. Foto: oh

Der Favorit der WN-Leser war eindeutig: „Schöneflieth-Gesamtschule“ – auf diesen Namen wollte eine knappe Mehrheit eines Online-Votings vor drei Jahren die neu gegründete Gesamtschule taufen. Weder Schüler geschweige denn Lehrer hatte die neue Penne zu diesem Zeitpunkt im November 2011, ein paar Wochen nach ihrem Gründungsbeschluss.

Knapp drei Jahre später geht mit den jetzigen Fünftklässlern bereits der dritte Jahrgang zur „Gesamtschule Greven “, wie die Schule offiziell schlicht heißt. Einen Namensgeber wie Augustinus, Justin Kleinwächter oder Anne Frank hat sie bis heute nicht. Und das, meint Schulleiter Ingo Krimphoff , kann erst einmal auch so bleiben. „Die Namensfrage brennt uns nicht unter den Nägeln“, sagt er auf WN-Anfrage zum Thema.

Pädagogische Konzepte entwickeln, Lehrpläne aufstellen, der Schule ein inhaltliches Profil verleihen – diese Punkte stehen für Krimphoff und sein mittlerweile 40-köpfiges Kollegium vor einer möglichen Namensgebung, über die die Stadt als Schulträger gemeinsam mit der Schulkonferenz entscheiden müsste. Ohnehin gebe es viele Gesamtschulen ohne Eigenname, so Krimphoff, der einen individuellen Schulnamen „wenn überhaupt zum Ende unseres Entwicklungsprozesses, etwa zum ersten Abschlussjahrgang, anpeilt“.

Versteht man darunter die ersten Gesamtschul-Abiturienten, wäre das Jahr 2021 der Termin.

Michael Kösters-Kraft, grüner Schulausschussvorsitzender, könnte sich damit abfinden. „Als Politik in dieser Frage aufs Tempo zu drücken, würde für unnötigen Unmut sorgen“, findet der promovierte Soziologe, der selbst einst auf die „namenlose“ städtische Realschule ging. „Ich habe mich dort trotzdem wohlgefühlt“, erinnert sich Kösters-Kraft an seine Schulzeit. Für mögliche Namen hat er dennoch Ideen. Eine Verbindung des Namensgebers mit Greven wäre naheliegend. „Oder ein Bildungsreformer, der zum modernen, integrativen Charakter der Gesamtschule passt.“ Vordenker gemeinsamen Lernens wie Johann Comenius und Alexander von Humboldt wären solche Kandidaten.

Mit letzterem stünde man übrigens in der Reihe der am häufigsten genutzten Namenspatrone für Schulen. Neben Humboldt zählen dazu die Geschwister Scholl, Goethe, Schiller sowie Erich Kästner. Eben der wäre als Namensgeber für die Gesamtschule aber nicht erlaubt. Gesetzlich vorgeschrieben ist nämlich, dass ein Schulname am Ort nicht ein zweites Mal vergeben wird. Die Reckenfelder Grundschule dürfte also Einwände haben.

Immerhin: Der Schöneflieth-Vorschlag der WN-Leser bleibt damit im Rennen, auch wenn das entgegen seinem Wortsinn weiter im Schneckentempo gefahren wird.

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