JVA-Neubau
Ministerium hat Greven im Blick

Greven -

Für manche ist ein Gefängnis vor allem eine Gefahrenquelle, für andere ein Wirtschaftsfaktor. Möglicherweise muss sich Greven entscheiden: Denn das Land will bei der Suche nach einem Neubau für die JVA Münster nun auch Umlandgemeinden in den Blick nehmen.

Samstag, 20.09.2014, 06:09 Uhr

Münster braucht ein neues Gefängnis. Bei der Grundstückssuche geraten nun auch Umlandgemeinden ins Blickfeld . Im Ministerium soll ausdrücklich der Name Grevens genannt worden sein.  
Münster braucht ein neues Gefängnis. Bei der Grundstückssuche geraten nun auch Umlandgemeinden ins Blickfeld . Im Ministerium soll ausdrücklich der Name Grevens genannt worden sein.   Foto: dpa

Ein Gefängnisneubau für Münster auf Grevener Stadtgebiet? Die Pleite bei der Grundstücks-Suche, die sich Ende vergangener Woche im Aus für den vermeintlich feststehenden Standort Handorf manifestierte, stellt die Uhren wieder auf Null. Nun geraten offenbar auch Umlandgemeinden in den Fokus. Nach WN-Informationen zieht das NRW-Justizministerium Standorte jenseits der münsterischen Stadtgrenze in Erwägung. Dabei soll ausdrücklich auch der Name der Stadt Greven gefallen sein.

Früher galt als Faustregel, dass ein Gefängnis nicht weiter als zwölf Kilometer vom Landgericht entfernt sein sollte – eine Einschränkung, die heute nicht mehr gilt. Im Ministerium gilt daher auch das Düsseldorfer Modell als mögliches Vorbild für Münster: Der Gefängnisneubau Düsseldorf entstand auf dem Gebiet der Nachbarstadt Ratingen. Die Kommune hatte sich sehr offen für diese Idee gezeigt, denn mehrere hundert Arbeitsplätze und Folgeaufträge für die heimischen Unternehmen (vom Klempner bis zum Bäcker) sind ein echtes Pfund.

Auch wenn Greven in Justizkreisen durchaus als möglicher Kandidat gilt, will Bürgermeister Peter Vennemeyer das Thema derzeit nicht zu hoch bewertet wissen. „Da sind mit Sicherheit noch andere Städte im Lostopf“, sagte er auf WN-Anfrage. „Ich denke, die haben einen Zirkel genommen und einen bestimmten Radius um Münster gezogen.“ Dass Greven innerhalb dieses Radius liege, bedeute erstmal nicht viel. Konkretes Interesse habe die Landesregierung jedenfalls noch nicht bekundet. „Wir haben keine Anfrage erhalten“, stellte Vennemeyer klar. Zudem habe die Stadt auch „keine geeignete städtische Fläche zur Verfügung“, sagt Vennemeyer, räumt zugleich aber ein, die Anforderungen an Größe und Lage nicht genau zu kennen. Rund 15 Hektar freie Fläche und Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr – das waren die Eckdaten, die die Grundstücke in Münster erfüllen mussten. Nicht alle dort überprüften Areale sind im übrigen in öffentlicher Hand, manche gehören auch Privatpersonen, die entsprechend verkaufen müssten.

Spontan fällt Vennemeyer allenfalls der Airportpark ein. „Ich glaube aber nicht, dass es dazu kommt“, schiebt er sofort hinterher. „Ob wir im Fokus stehen, kann ich nicht sagen.“ Wenn es eine offizielle Anfrage aus Düsseldorf geben sollte, „müssen wir uns damit beschäftigen. Dann müssen wir uns dazu eine Meinung bilden. Im Moment habe ich keine.“ Falls das Thema für Greven tatsächlich konkret werde, müsse man sich mit dem Land über die Erreichbarkeit einer eventuellen Fläche, ihre Verfügbarkeit und andere Fragen austauschen.

In Münster wurden 34 Standorte geprüft, zehn kamen in die engere Auswahl, darunter auch eine Fläche nahe Greven: bei Sprakel am Max-Clemens-Kanal.

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