WN-Gespräch mit „Emsboom“
Nachwuchs dringend gesucht

Sie beleben seit 14 Jahren Grevens Jugendkultur. Die ehrenamtlich-aktiven jungen Leute, die unter dem Namen „Emsboom“ mehr als nur Rock-Konzerte veranstalten. WN-Mitarbeiter Peter Sauer sprach mit Johanna Vogt (23) und Markus Patzek (24) aus dem „Emsboom“-Vorstand. Beide sind seit 2007 dabei. Sie sind gut drauf, blicken aber besorgt in die Zukunft.

Samstag, 22.11.2014, 11:11 Uhr

„Emsboom“-Nachwuchs für Konzerte und mehr suchen Johanna Vogt und Markus Patzek.
„Emsboom“-Nachwuchs für Konzerte und mehr suchen Johanna Vogt und Markus Patzek. Foto: Peter Sauer

2001 ging „ Emsboom “ an den Start. Was war das Ziel?

Markus Patzek : Zehn Jugendliche, darunter die Mitglieder der legendären Heavy-Metal-Band „Victima“ haben sich zusammengeschlossen, um in Greven für Jugendliche mehr zu tun. Dazu nahmen sie die Organisation von Konzerten selbst in die Hand. Darauf warten, dass etwas passiert reicht eben nicht aus.

Wo ging es dann konkret los?

Markus Patzek: Alles ging im Jugendtreff Hansaviertel mit der Organisation kleinerer Konzerte los. Heute haben wir unseren eigenen Raum im Kesselhaus. Dort finden auch die meisten Konzerte statt.

Was sind die Hauptaufgaben der „Emsboomer“?

Johanna Vogt : Wir organisieren Konzerte, suchen die Bands aus, stellen Kontakte her und buchen.

Hängt man dazu viel am Telefon?

Johanna Vogt: Mittlerweile geht das fast alles per E-Mail.

Welche Aufgaben haben die „Emsboomer“ neben der Akquise?

Johanna Vogt: Plakate aufhängen, Presseartikel schreiben, organisieren, Sponsoren werben.

Und Ihr seid auch Roadies?

Markus Patzek: Ja, wir bauen für die Bands die Bühne in der Karderie auf, kümmern uns um Boxen und Licht, machen den Einlass mit den Karten und kümmern uns auch um die Verpflegung der Musiker. Da kochen wir selbst Suppen oder Aufläufe, ordern Pizzen.

Am Anfang traten bei Euch nur Bands aus der Nachbarschaft aus. Mittlerweile kommen sie auch aus Skandinavien und Osteuropa, darunter internationale Größen der Rock- und Metal-Szene. Wie schafft Ihr das?

Johanna Vogt: Wir haben mittlerweile einen guten Kontakt zu den Veranstaltungsagenturen.

Was war bislang Euer größtes Konzert-Highlight?

Johanna Vogt: Eindeutig der Auftritt von Torfrock am Beach. Der war klasse und es war echt toll, dass diese Legende nach Greven kam.

Ihr macht das ja alles ehrenamtlich. Was spornt Euch an?

Markus Patzek: Die Möglichkeit einfach selbst mehr für Jugendliche in Greven zu machen und Konzerte mit Bands auf die Beine zu stellen, die uns selbst interessieren. Und das wir so tolle Unterstützung bekommen von der Stadt, von Georg Dodt und seinem Team vom Stadtjugendring.

Für Eure „Emsboom“-Arbeit gibt es ja kein Geld. . .

Markus Patzek: Der Applaus des begeisterten Publikums ist unser Lohn. Und die Freude, wenn alles klappt. Und es ist echt toll selbst Verantwortung zu übernehmen, die Bands deren Musik man mag, nach Greven zu holen.

Aber sicher geht auch mal was schief, oder?

Markus Patzek: Na klar. Einmal sagte uns der Hauptact aus Schweden sehr kurzfristig ab. Da standen wir ganz schön unter Strom, um adäquaten Ersatz zu besorgen. Aber mit vereinten Kräften haben wir es geschafft. Das war Adrenalin pur! Und du lernst: Du darfst Dich nicht unterkriegen lassen.

So weit so gut. „Emsboom“ ist mittlerweile eine Marke für tolle Konzerte. Doch das allein macht Euch nicht glücklich. Was ist das Problem?

Markus Patzek: Wir sorgen uns um nachwachsende Generationen, die unsere Arbeit übernehmen. Denn alle paar Jahre verschwinden welche aus dem „Emsboom“-Team.

Warum?

Markus Patzek: Weil Studium, Beruf und Familie ihr Leben verändern und sie dann oftmals von Greven wegziehen.

Wie ist die aktuelle Situation?

Markus Patzek: Wir waren mal 15 Leute. Jetzt sind es nur noch acht.

Das heißt?

Markus Patzek: Wir brauchen dringend Nachwuchs. Junge Menschen ab zwölf Jahren, die sich bei uns engagieren wollen. Wir werden so gut von der Stadt unterstützt, aber wir brauchen auch neue junge Ehrenamtler.

Johanna Vogt: Es wäre einfach zu schade, Abstriche zu machen, weil uns die Leute fehlen.

An wen richtet sich das Angebot vor allem, bei „Emsboom“ ehrenamtlich mitzumachen?

Johanna Vogt: Leute, die den Spaß an guter Rockmusik mit uns teilen können. Und junge Menschen, die einfach helfen wollen. Und bei den Konzerten steht Ihr bei uns in der ersten Reihe und seid auch nah dran an den Bands.

Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen?

Johanna Vogt: Man muss beim Bands-Booking professionell rüberkommen. Wir schulen die neuen Leute. Man muss sich einfach gut durchsetzen können, um die gewünschten Bands nach Greven zu holen. Eigeninitiative ist dabei immer wichtig.

Markus Patzek: Man muss auch Verantwortung übernehmen und verlässlich sein. Gute Menschenkenntnis ist nützlich. Am besten ist es, man brennt für gute Rockmusik und man brennt für „Emsboom“.

Was erwarten denn Interessierte, die jetzt bei Euch einsteigen wollen?

Markus Patzek: Ein tolles Team, eine tolle Gemeinschaft. Wir machen auch gemeinsame Aktionen wie Grillen, Ausflüge und Weihnachtsfeier.

Klingt nach tollem Team?

Johanna Vogt: Auf jeden Fall. Da sind schon tolle Freundschaften entstanden und auch Paare haben sich bei uns kennengelernt. Und wir freuen uns auf jedes neue Gesicht.

Wie nehmen Interessierte jetzt Kontakt zu „Emsboom“ auf?

Johanna Vogt: Wir treffen uns jeden ersten Sonntag im Monat in der Karderie. Um 14 Uhr. Das nächste Mal am 7. Dezember.

Markus Patzek: Also einfach ganz unverbindlich vorbeikommen, wenn Ihr jetzt Lust habt!

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