Ausschuss stimmt neuem Konzept zu
Marktplatz: Nur ein Baum bleibt

Greven -

Am Anfang waren es acht oder neun Bäume, dann vier, jetzt nur noch einer: Grevens Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hat mit großer Mehrheit einem Handlungskonzept für die Innenstadt zugestimmt, das den Marktplatz fast komplett baumfrei sieht.

Freitag, 12.12.2014, 15:12 Uhr

Bald Bilder mit historischem Wert: Nur ein Baum soll auf dem kompletten Marktplatz stehen bleiben.
Bald Bilder mit historischem Wert: Nur ein Baum soll auf dem kompletten Marktplatz stehen bleiben. Foto: fit

„Sie wollen wirklich beschließen, den Marktplatz zu entbaumen?“ Wolfgang Hoppe (Grüne) war sichtlich entsetzt. Stadtplaner Christian Jakob hatte im Zuge der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt vorgeschlagen, am Marktplatz bis auf einen Baum an der Westseite des Café Mandala alle übrigen Bäume zu fällen. Und er fand eine satte Mehrheit: Nur die Grünen stimmten dagegen, Uta Ahrens von der CDU enthielt sich.

Zum Hintergrund: Der Ausschuss beriet das „Integrierte Handlungskonzept“ zur Neugestaltung der Innenstadt, und zwar eine Fassung, in die Wünsche und Anregungen aus der Bürgerbeteiligung, aber auch neue Vorschläge der Verwaltung eingeflossen sind. Wichtige Neuerungen: Am Fritz-Pölking-Platz sollen deutlich weniger Bäume gepflanzt werden als ursprünglich geplant, der Brunnen und das Sandspiel sollen in die Alte Münsterstraße hinein verlegt werden. Bei der Eisdiele Gregori soll es Sitzstufen geben, „damit junge Leute dort auch mal ein Eis schlecken können“, wie Jakob sagte. Und am Marktplatz sollen die Bäume fallen. „Der Besitzer des Mandala und die Marktbeschicker wünschen sich das dringend“, sagte der Stadtplaner und fügte im Gespräch mit den WN hinzu: „Der Marktplatz ist sehr klein, und eigentlich sollten die Häuserfassaden gestaltendes Element sein.“ Eine ökologische Bedeutung spricht er den Bäumen dort ab, der Baum bei Liesenkötter etwa müsse regelmäßig so drastisch beschnitten werden, dass er diese Funktion in keiner Weise mehr erfülle. Jakob: „Die Bäume müssen dahin, wo sie die Chance haben, sich wirklich zu entwickeln.“

In der Vorlage für den Ausschuss am Donnerstag war noch die Rede davon gewesen, dass insgesamt vier Bäume stehen bleiben sollten. Zwei davon, so der Vorschlag des Planungsbüros Greenbox, hätten verpflanzt werden sollen und zwar so, dass dann vier Bäume in einer Reihe vor dem Café Mandala gestanden hätten. „Das hätte aber 11 000 Euro gekostet“, sagte Jakob. „Das ist zu teuer“ – ein Argument, das Hoppe auf die Palme brachte: „Aber 5000 Euro dafür, dass ein Sandspiel in der Alten Münsterstraße ein paar Meter weitergeschoben wird, die haben Sie.“

Doch die grüne Gegenwehr nützte nichts. Jürgen Diesfeld (CDU): „Herr Hoppe, wir sind hier nicht die Oberplaner. Wir sind dazu da, die Verwaltung zu kontrollieren.“ Man könne nur zustimmen oder komplett verwerfen.

Wie er dachten die meisten Ausschussmitglieder und gaben der Verwaltung grünes Licht dafür, auf der Basis der vorgelegten Planungen weiterzumachen. Christa Waschkowitz-Biggeleben, Vorsitzende der Seniorenunion: „Grundsätzlich ist eine Verbesserung entstanden. Aber Verweilmöglichkeiten für Senioren sind noch ausbaufähig.“

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