Muslime, Katholiken und Protestanten beten für Frieden und Toleranz
Vereint für Menschenrechte

Reckenfeld -

Zu einem interreligiösen Friedensgottesdienst kamen in der Kirche Muslime, Katholiken und Protestanten zusammen – aus aktuellem Anlass. Die Gräueltaten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in Paris, auf der anderen Seite die islamfeindlichen Pegida-Demos in ganz Deutschland und nicht zuletzt auch die Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen in Greven und Reckenfeld.

Montag, 02.02.2015, 17:02 Uhr

Gemeinsam für den Frieden: Pfarrer Uwe Völkel (ev. Gemeinde), Pastoralreferentin Andrea Antkowiak (St. Martinus) und der Imam der Grevener Ditip-Gemeinde (mit Dolmetscher Ali Eskici) beteten für Toleranz unter den Religionen.
Gemeinsam für den Frieden: Pfarrer Uwe Völkel (ev. Gemeinde), Pastoralreferentin Andrea Antkowiak (St. Martinus) und der Imam der Grevener Ditip-Gemeinde (mit Dolmetscher Ali Eskici) beteten für Toleranz unter den Religionen. Foto: sba

„Die Konfirmanden auf der Empore machen es schon vor“, registrierte Pfarrer Uwe Völkel . Die Jugendlichen schritten als erstes zur Tat: Schüttelten einander die Hände, um sich Frieden zu wünschen. Dann folgten auch die restlichen Gottesdienstbesucher – ein Händedruck, ein freundlicher Blickkontakt, vielleicht sogar eine Umarmung. So ging das minutenlang. Auf den ersten Blick sicher ungewöhnlich – doch drückten diese Gesten das aus, wofür Christen und Muslime am Sonntagmorgen in der Erlöserkirche gemeinsam beteten. „Ein Zeichen der Toleranz setzen, ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben aller Menschen“, brachte es Andrea Antkowiak, Pastoralreferentin der katholischen St. Martinus-Gemeinde, auf den Punkt.

Zum interreligiösen Friedensgottesdienst kamen in der Kirche Muslime, Katholiken und Protestanten zusammen – aus aktuellem Anlass. Die Gräueltaten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in Paris, auf der anderen Seite die islamfeindlichen Pegida-Demos in ganz Deutschland und nicht zuletzt auch die Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen in Greven und Reckenfeld. Diese Reihenfolge – Nahost, Europa, Deutschland, Greven – zeigt: „Es sind keine Themen, die weit weg sind“, betonte Uwe Völkel.

Der Imam der muslimischen DITIP-Gemeinde stieß in das selbe Horn – im Namen der Grevener Muslime warb er für Frieden und Versöhnung: „Die Menschenrechte sind die Grundwerte des Glaubens“, verdeutlichte er. Grundwerte, die alle Gläubigen der Welt miteinander teilen sollten, wünschte er sich. Die Gläubigen untermauerten diese Botschaft mit dem Gebet der Vereinten Nationen, das sie gleichzeitig auf türkisch und auf deutsch sprachen. Es gelte zudem, nach Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen und Konfessionen zu suchen: „Uns eint, dass wir alle religiös sind“, so Uwe Völkel. Seine Idealvorstellung: „Jeder glaubt auf seine Weise – aber nicht in dem Sinne, dass der eine Gott besser und der andere schlechter ist.“

Das versucht der Pfarrer auch seinen Konfirmanden zu vermitteln, die im Konfi-Unterricht ihren Beitrag zu der besonderen interreligiösen Aktion vorbereitet hatten: ein internationales vegetarisches Buffet, das im Gemeindehaus aufgetischt wurde. Mit tatkräftiger Unterstützung der Küchen-Profis Maria Rösner und Jürgen Bläsius hatten sie am Samstag mehrere Stunden lang gekocht, gebacken und dekoriert. „Die Konfis waren sehr interessiert und aktiv bei der Sache“, lobte Jürgen Bläsius. Herzhafte Falafel und Hirsebratlinge, besondere Dips, Kichererbsenpüree, verführerisch-süße Honigplätzchen – um nur einige der Köstlichkeiten zu nennen.

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