Kommunionkinder besuchen Friedhof
Auch Sarg und Urne kein Tabu

greven -

Erst zum Bestatter, dann zum Friedhof: Einige Erstkommunionkinder der Martinusgemeinde setzten sich am Wochenende mit dem Thema Tod auseinander. „Über Tod und Sterben zu reden, ist immer ein schweres Thema“, erklärte Pastoralreferentin Maria Wagner. Für die Kinder sollte es möglichst konkret sein.

Montag, 23.02.2015, 16:02 Uhr

Auch Friedhofsgärtner  Hendrik Schlott wurde mit Fragen gelöchert.
Auch Friedhofsgärtner  Hendrik Schlott wurde mit Fragen gelöchert. Foto: mw

Warum läuten denn heute am Sonntagnachmittag hier schon wieder die Glocken?“, fragte erstaunt eine Besucherin des Grevener Friedhofs . Auch die Kapelle war geöffnet und drinnen waren alle Lampen eingeschaltet. Um es gleich vorweg zu sagen: Nein, sonntags gibt es in Greven keine Beerdigungen!

Anlass für das Geläut zu ungewöhnlicher Stunde waren die Friedhofsbesuche von Erstkommunionkindern und ihrer Eltern. „Über Tod und Sterben zu reden, ist immer ein schweres Thema“, erklärte Pastoralreferentin Maria Wagner . Für die Kinder sollte es möglichst konkret sein.

So konnten die Familien je nach Interesse einen Besuch bei einem Bestatter oder den Friedhofsbesuch wählen. Oder auch beides, was etliche Familien in Anspruch nahmen. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Bestattungsunternehmen Meibeck und Venschott wurden mehrere Betriebsbesichtigungen angeboten. Auch auf dem Friedhof an der Saer­becker Straße gab es am vergangenen Wochenende insgesamt vier Termine mit der Gelegenheit, in jeden Raum der Friedhofskapelle hinein zu schauen und die Fachleute mit Fragen zu durchlöchern.

Friedhofsgärtner Henrik Schlott stellte die unterschiedlichen Bereiche des Friedhofs vor und erklärte, wie alles verwaltet werden muss. Die Kinder staunten, wie viele Aufgaben ein Friedhofsgärtner so alles hat. Großes Interesse gab es auch an der kleinen Ausstellung, die von Bestatter Anton Verlage und seiner Mitarbeiterin Corinna Hermsen in einem Nebenraum vorbereitet war. Beide beantworteten alle Fragen rund um Sarg und Urne .

Pastoralreferentin Maria Wagner zeigte die Sakristei und berichtete, was bei einem Gottesdienst bei einer Beerdigung passiert. Und das Läuten der Glocke gehört nun eben auch dazu. Draußen schauten sich übrigens die Kinder und Eltern fasziniert die schwingende Glocke hoch oben auf dem Dach an. Der Fuhrpark der Friedhofsgärtner bot einen weiteren Einblick in den Alltag auf dem Friedhof. Alle Kinder guckten dabei neugierig in den Kasten, der die Wände eines offenen Grabes vor dem ungewollten Einstürzen bewahrt.

Beim Gang über den Friedhof fanden sowohl der moderne wie auch der älteste Teil großes Interesse. Nach Einschätzung von Pastoralreferentin Maria Wagner hatten die Eltern zu manchen Bereichen mehr Fragen gehabt als die Kinder. Wann hat man denn auch alle Fachleute mit den unterschiedlichen Schwerpunkten so zusammen, um auf eigene Fragen rund um Beerdigung und Friedhof Antworten finden zu können?

Aufgrund des großes Interesses werden sicherlich auch in Zukunft weitere und differenzierte Angebote zur Besichtigung von Friedhof und Friedhofskapelle möglich sein, heißt es weiter in der Presseinformation der Pfarrgemeinde. Das können sich zumindest der Friedhofsgärtner und die Seelsorgerin gut vorstellen.

Am kommenden Sonntag (1. März) findet übrigens der letzte Termin mit den Erstkommunionkindern auf dem Friedhof statt. Dann wird auch noch einmal die kleine Glocke oben auf dem Dach ihren Klang über Greven erschallen lassen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3095721?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F4849310%2F4849321%2F
Nachrichten-Ticker