Kommentar
Frustrierendes Um-Lernen

Ob Kinder, die sich mit „Lesen durch Schreiben“ schwer tun, mit dem alten „Trichter“ besser zurecht kämen? Die Frage muss unbeantwortet bleiben, ein Praxistest ist nicht möglich.

Montag, 23.03.2015, 17:03 Uhr

Viele Fachleute halten die neue Methode für tauglich. Sie werden durch wissenschaftliche Studien gestützt. Es gibt aber – natürlich – auch Untersuchungen, die das genaue Gegenteil belegen: eine Verdopplung der Fehlerzahl in einem normalen Grundschultext innerhalb der letzten 40 Jahre beispielsweise.

Und in der Praxis? Manche besorgte Eltern buchen für Drittklässler Nachhilfe. Oft vergeblich: Lehrer an weiterführenden Schulen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie Texte von Fünftklässlern lesen. Chefs wundern sich schon lange nicht mehr über vor Fehlern strotzende Bewerbungen künftiger Azubis. Unis richten Rechtschreib-Kurse für Studenten ein.

Das zeigt: Falsch Eingeübtes wieder abzutrainieren, fällt überaus schwer. Das lange Nicht-Korrigieren falscher Schreibweisen verfestigt diese. Mühsames, bisweilen frustrierendes Um-Lernen ist die Folge. Ein Kraftakt, den nicht jeder schafft. Ausbaden müssen das oft Eltern, die im „Unterricht zuhause“ gegensteuern. Oliver Hengst

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