Verbrannte Leiche am Dortmund-Ems-Kanal
Polizei geht von Mord aus - Todesursache „nicht mehr zu ermitteln“

Greven -

Alle waren davon ausgegangen, dass es ein Suizid war, als am Mittwoch, 18. Februar, auf einem Wirtschaftsweg am Dortmund-Ems-Kanal in Schmedehausen die Leiche eines 44-jährigen Greveners in einem ausgebrannten Auto gefunden wurde. Doch die Ermittlungen der Polizei führten jetzt zu zwei Männern, die dringend verdächtigt werden, den 44-Jährigen getötet zu haben.

Freitag, 27.03.2015, 10:03 Uhr

Passanten fanden den ausgebrannten Mercedes am Morgen des 18. Februar auf einem Wirtschaftsweg in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals.
Passanten fanden den ausgebrannten Mercedes am Morgen des 18. Februar auf einem Wirtschaftsweg in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals. Foto: Jens Keblatt

Vor einem Monat gegen 8.25 Uhr entdeckten Passanten auf dem Wirtschaftsweg parallel zum Dortmund-Ems-Kanal in Höhe des Motocrossgeländes im Bereich der Gemeinde Schmedehausen eine Leiche in einem total ausgebrannten Pkw. Der Tote konnte später als der 44-jähriger Grevener Süleyman D. identifiziert werden.

Akin A.

Akin A. Foto: Polizei Münster

Im Rahmen der weiteren polizeilichen Ermittlungen konnte jedoch auch ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden, so dass die weitere Bearbeitung des Falles durch eine Mordkommission erfolgte. Deren Ermittlungen ergaben nun, dass der Verstorbene mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Opfer eines Tötungsverbrechens geworden ist. Weitere intensive Ermittlungen von Mordkommission und Staatsanwaltschaft ergaben einen dringenden Tatverdacht gegen den 48-jährigen Akin A. aus Lengerich und den 39-jährigen Zabit T. aus Münster.

Zabit T.

Zabit T. Foto: Polizei Münster

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster hat das Amtsgericht Münster am Dienstag Haftbefehle gegen beide wegen Mordes erlassen. Die Beschuldigten bestreiten die Tat oder eine Tatbeteiligung.

Todesursache „nicht mehr zu ermitteln“

Das Opfer wohnte an der Friedrichsburg in Greven, war Vater zweier Kinder und lebte von seiner Frau getrennt. Er arbeitete bei Schmitz Cargobull in Altenberge. Nach Informationen unserer Zeitung soll er einen größeren Geldbetrag in einem Spielcasino gewonnen haben. Das wollte Oberstaatsanwalt Heribert Beck , der die Ermittlungen leitet, allerdings nicht bestätigen. „Das könnte sein, aber Details wollen wir momentan nicht veröffentlichen“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung.

Wie Süleyman D. ums Leben gekommen ist, konnte nicht festgestellt werden. „Die Leiche des Mannes war so stark verbrannt, dass das nicht mehr zu ermitteln war“, so Beck.

An Rosenmontag verschwunden

Zur weiteren Aufklärung des Sachverhaltes bitten Mordkommission und Staatsanwaltschaft die Bevölkerung um Mithilfe. Das Opfer hatte am 16. Februar (Rosenmontag ) gegen 14.45 Uhr eine Bekannte in der LWL-Klinik in Lengerich besucht und diese um 15.17 Uhr verlassen. Einen für 16 Uhr in Osnabrück vereinbarten Banktermin hatte das Opfer nicht mehr wahrgenommen. Mordkommission und Staatsanwaltschaft gehen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es noch auf dem LWL-Gelände in Lengerich zu einem Treffen zwischen dem Opfer und den beiden Tatverdächtigen gekommen ist.

In diesem Zusammenhang fragt Kriminalhauptkommissar Bux, Leiter der Mordkommission: „Gibt es Zeugen, die das Opfer am Rosenmontag noch nach 15.17 Uhr gesehen haben?“ Das Opfer Süleyman D. trug zu diesem Zeitpunkt eine schwarze Jacke, eine blaue Jeanshose und helle Cowboystiefel. Oberstaatsanwalt Beck erklärt: „Weiterhin werden Zeugen gesucht, die die beiden Tatverdächtigen im Bereich von Lengerich oder auf dem Weg von Lengerich zum späteren Fundort des ausgebrannten Pkw oder auch ohne Begleitung des Opfers gesehen haben. Dies gilt auch für das Opferfahrzeug, einen älteren dunkelblauen Daimler A-Klasse mit dem Kennzeichen BF - SE 39.“

► Etwaige Zeugen werden gebeten sich bei der Polizeiwache Greven unter 02571/ 928-44 55 oder bei der Polizeiwache Lengerich unter  05481/ 933-74515 zu melden.

Warum wir die Bilder der Tatverdächtigen zeigen

Dass in einem laufenden Verfahren Bilder von Tatverdächtigen veröffentlicht werden, ist ungewöhnlich. Oberstaatsanwalt Beck erklärt, man habe einen Beschluss beim Amtsgericht nach dem Paragrafen 131b des StPO erwirkt.

Der Paragraf 131b regelt folgendes:

Die Veröffentlichung von Abbildungen eines Beschuldigten, der einer Straftat von erheblicher Bedeutung verdächtig ist, ist auch zulässig, wenn die Aufklärung einer Straftat, insbesondere die Feststellung der Identität eines unbekannten Täters auf andere Weise erheblich weniger Erfolg versprechend oder wesentlich erschwert wäre.

Die Veröffentlichung von Abbildungen eines Zeugen und Hinweise auf das der Veröffentlichung zugrunde liegende Strafverfahren sind auch zulässig, wenn die Aufklärung einer Straftat von erheblicher Bedeutung, insbesondere die Feststellung der Identität des Zeugen, auf andere Weise aussichtslos oder wesentlich erschwert wäre. Die Veröffentlichung muss erkennbar machen, dass die abgebildete Person nicht Beschuldigter ist.

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