Krankenhaus-Übernahme
Franziskus übernimmt

Greven -

Nun ist es amtlich: Die Franziskus-Stiftung mit Sitz in Münster übernimmt das Grevener Krankenhaus. Das Borghorster Krankenhaus wird von der Mathias-Stiftung in Rheine übernommen, das Emsdettener Krankenhaus wird geschlossen.

Freitag, 08.05.2015, 17:05 Uhr

Auch künftig wird das Grevener Krankenhaus von den Rettungsfahrzeugen angesteuert, es wird ein Akut-Krankenhaus unter dem Mantel der Franziskus-Stiftung bleiben.
Auch künftig wird das Grevener Krankenhaus von den Rettungsfahrzeugen angesteuert, es wird ein Akut-Krankenhaus unter dem Mantel der Franziskus-Stiftung bleiben. Foto: Peter Beckmann

Nun ist es amtlich: Die Franziskus-Stiftung mit Sitz in Münster übernimmt das Grevener Krankenhaus. Das Borghorster Krankenhaus wird von der Mathias-Stiftung in Rheine übernommen, das Emsdettener Krankenhaus wird geschlossen. Beide Stiftungen hatten es zur Bedingung ihrer Angebote gemacht, dass das Emsdettener Krankenhaus geschlossen wird. Das wurde gestern Morgen im Rahmen der Gläubigerversammlung für die Krankenhaus Münsterland GmbH beim Amtsgericht in Münster beschlossen.

„Das ist das Beste, was uns in Greven passieren konnte“, sagte Rainer Schürhaus von der Mitarbeitervertretung des Krankenhauses. Aber: Er schränkte auch ein: „Wir sind sehr traurig, dass es für Emsdetten keine Zukunft gibt und fühlen sehr mit den dortigen Kollegen.“

Nach Informationen unserer Zeitung zahlt die Franziskus-Stiftung 2,6 Millionen Euro für das Grevener Krankenhaus, will aber auch fünf bis sieben Millionen Euro am Standort investieren. Die Mathias-Stiftung zahlt demnach 5,4 Millionen Euro für das Borghorster Krankenhaus und will dort zwischen zehn und zwölf Millionen Euro investieren. Die Ameos-Stiftung hatte im Vorfeld ein Angebot von 25 Millionen Euro für alle drei Krankenhäuser abgegeben. Nachdem sich allerdings ein Großteil der Mitarbeiter der drei Krankenhäuser gegen eine Übernahme durch die Ameos-Stiftung ausgesprochen hatten, zog diese das Angebot zurück.

Frohe Kunde gibt es für die Mitarbeiter der beiden Krankenhäuser. Die sollen übernommen und nach Tarif bezahlt werden. Zusätzlich sollen Mitarbeiter des Emsdettener Krankenhauses in den beiden bestehenden Krankenhäuser einen Job finden. „Die St. Franziskus-Stiftung will das Krankenhaus in Greven ohne die Apotheke und übergreifende Verwaltungsstellen mit 342 Beschäftigten übernehmen. Die Stiftung wird weiteren 86 Beschäftigten Arbeitsplätze in ihrem Aufgabenbereich anbieten“, sagte der Generalbevollmächtigte der Marienhospital Münsterland GmbH Dr. Jörg Bornheimer. „Der Beschluss der Gläubigerversammlung bedeutet, dass wir insgesamt 942 Arbeitsplätze von derzeit noch rund 1100 Beschäftigten sichern können“, so Bornheimer weiter.

„Die Mitarbeiter, für die es in absehbarer Zeit keine Aufgaben mehr geben wird, sollen für bis zu zwölf Monate in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft wechseln.“

Von den beiden Stiftungen ist vorgesehen, für die jeweiligen Häuser die Grevener und Borghorster Mitarbeiter und nur einen Teil der Emsdettener Mitarbeiter zu übernehmen. „Das wurde auch so von allen beteiligten Juristen geprüft“, sagte Schürhaus. Aber er vermutet, dass sicher der ein oder andere entlassene Mitarbeiter des Emsdettener Krankenhauses dagegen klagen und auf einen Sozialplan für alle Krankenhausmitarbeiter der drei Standorte hoffen wird.

Nach Auskunft von Schürhaus wird das Grevener Krankenhaus so weiterbetrieben wie bisher. „Einige Fachabteilungen sollen laut dem Konzept der Franziskus-Stiftung sogar weiter ausgebaut werden.“ Sicherlich komme jetzt ein großer Berg Arbeit auf die Mitarbeiter zu. „Aber darauf freuen wir uns alle.“

Der genaue zeitliche Ablauf der Übernahmen der beiden Krankenhäuser steht noch nicht fest. Auch der Zeitpunkt für die Schließung des Emsdettener Krankenhauses ist nicht festgelegt. „Das hängt von den Patientenströmen und von dem Verhalten der Mitarbeiter des Krankenhauses ab“, sagte Schürhaus.

Während der Sitzung des Gläubigerausschusses ist nach WN-Informationen die Rede davon gewesen, dass in einem Zeitraum von drei bis sechs Wochen mit einer Schließung zu rechnen ist. Spätestens zum 30. Juni soll das Krankenhaus geschlossen werden, so die WN-Information.

Mit den Übernahmen und der Schließung ist das Kapitel Ckt aber noch längst nicht abgeschlossen. Denn auch die Dienstleistungs-GmbH der Ckt hat Insolvenz angemeldet. Das Verfahren hat aber nur indirekt mit der Insolvenz der Marienhospital Münsterland GmbH zu tun. Stark gefährdet sind die Arbeitsplätze der Mitarbeiter der Großküche in Reckenfeld.

Auch wie es mit der Ckt selbst, zu der jetzt noch die beiden Altenheime Gertrudenstift und das Haus Marienfried in Reckenfeld gehören, weitergeht, steht noch nicht fest. „Grundsätzlich sind die beiden Altenheime wirtschaftlich gesund“, sagte Dr. Andreas Eichenauer, medizinischer Geschäftsführer der Ckt, auf Anfrage. Es sei allerdings unklar, ob die Ckt, bei der jetzt das Kernstück der Holding weggebrochen sei, weiter bestehen werde. „Aber darüber werden wir erst in den kommenden Wochen nachdenken können“, sagte Eichenauer. Die Frage zur Zukunft der Ckt sei aber durchaus berechtigt. 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3242369?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F4849310%2F4849318%2F
Zu dumm: Adresse auf wildem Müll
Der kommt weg: Der Containerstandort Niedinkstraße hat zu viele Durchreisende zum Entsorgen veranlasst. Auch zwei weitere Standorte lässt das Sachgebiet Umwelt und Geoinformation verlagern.
Nachrichten-Ticker