Krankenhaus: Bieterverfahren neu eröffnet
Alles auf Null

Greven -

Waren die Stiftungen zu zögerlich? Oder sind Gläubigerausschuss und Insolvenzverwalter zu rabiat? Das Bieterverfahren für die Marienhospital GmbH wird neu eröffnet.Angestrebt wird eine Gesamtlösung für Greven und Borghorst.

Donnerstag, 18.06.2015, 14:06 Uhr

 
  Foto: Peter Beckmann

Der Gläubigerausschuss der insolventen Marienhospital Münsterland GmbH hat beschlossen, ein strukturiertes Bieterverfahren für die Krankenhausgesellschaft mit den Standorten Greven und Steinfurt neu zu eröffnen.

Zuvor musste der Gläubigerausschuss zur Kenntnis nehmen, dass die beiden katholischen Stiftungen sich in der aktuellen Situation offensichtlich nicht in der Lage sehen, die von Ihnen beabsichtige Übernahme der Häuser in Greven und Steinfurt zu realisieren. Insbesondere bewerten die Stiftungen die arbeitsrechtliche Situation signifikant anders als die eigenverwaltende Geschäftsführung und die Sachwaltung mit der Folge, dass sie die von ihnen beabsichtigte Übernahme zum 1. Juli nicht durchführen werden.

Die Stiftungen hatten am Vorabend der Gläubigerversammlung Anfang Mai 2015 die einzigen beiden verbindlichen Angebote vorgelegt, die die Schließung des Krankenhauses Emsdetten vor der Übernahme der beiden Häuser in Greven und Steinfurt voraussetzen, heißt es in der Presseinformation der Insolvenzverwaltung. Seitdem ist die Eigenverwaltung mit enormen Einsatz in die Erfüllung der Übernahmebedingungen der beiden Stiftungen eingetreten.

„Auf Seite des Verkäufers hat sich jeder in seinem Verantwortungsbereich engagiert für die katholische Lösung eingesetzt“, erklärt der Generalbevollmächtigte Dr. Jörg Bornheimer in einer Presseinformation. „Wir haben in den vergangenen Wochen unseren Teil dazu beigetragen, dass die Stiftungen zum 1. Juli zwei Krankenhausstandorte übernehmen und rund 1000 Arbeitsplätze hätten erhalten können. Umso kraftvoller werden wir jetzt alternative Lösungen anstreben. Schließlich haben wir beide Häuser in den vergangenen Wochen leistungswirtschaftlich enorm aufgewertet, indem wir sehr konzentriert Stationen verlegt und qualifiziertes Personal versetzt haben. Bis dahin werden die Häuser in Greven und Steinfurt natürlich in vollem Umfang und der bekannten Qualität fortgeführt“.

„Das Votum des Gremiums der Gesamtgläubigerschaft ist eindeutig“, fährt der Sachwalter Dr. Frank Kebekus fort. „Der Betrieb des Krankenhauses in Emsdetten muss in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden zum Monatsende beendet werden, die Versetzungen an die Häuser in Greven respektive Steinfurt bleiben bestehen. Vom Verkauf beider Krankenhäuser in einem Paket erwarten die Gläubiger die vermutlich beste Gesamtlösung“.

Da die Vertragsverhandlungen mit den Stiftungen gescheitert seien, entfalle die Grundlage für den mit der Gesamtmitarbeitervertretung abgeschlossenen Sozialplan. Eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft kann daher derzeit nicht eingerichtet werden. Die ausgesprochenen Kündigungen werden zurückgenommen.

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