Nach dem tödlichen Badeunfall
Staatsanwalt: „Das war ein Unglück“

Greven -

Wurden die Schlingpflanzen im See der 38-jährigen Schwimmerin aus Greven zum Verhängnis? Die Staatsanwaltschaft geht von einem Unglücksfall aus.

Montag, 06.07.2015, 12:07 Uhr

Zwei Hubschrauber waren im Einsatz. Entdeckt wurde die 38-jährige Frau erst 100 Minuten nach dem Unglück durch einen Taucher der Feuerwehr Rheine.
Zwei Hubschrauber waren im Einsatz. Entdeckt wurde die 38-jährige Frau erst 100 Minuten nach dem Unglück durch einen Taucher der Feuerwehr Rheine. Foto: Jens Keblat

„Nein. Es gibt keine weiteren Untersuchungen.“ Staatsanwalt Heribert Beck geht 24 Stunden nach dem tödlichen Badeunfall am Franz-Felix-See von einem Unfall aus. Wie bereits berichtet, ertrank gestern gegen 15.40 Uhr eine 38-Jährige Grevenerin im See. Mit Freunden war die Frau an den Baggersee gekommen. Menschen am Ufer bemerkten, dass sich die Schwimmerin offensichtlich in einer Notlage befand. Über 100 Rettungskräfte suchten nach der sofortigen Alarmierung nach der Schwimmerin. Erfolglos. Erst hundert Minuten später entdeckte ein Feuerwehrtaucher aus Rheine den leblosen Körper. Wiederbelebungsversuche wurden nicht mehr eingeleitet.

Zum Zeitpunkt des Unglücks waren nach Angaben der Polizei sehr viele Menschen am Ufer des Sees, der nicht fürs Baden freigegeben ist. Das Gewässer ist auch nach Einschätzung des DLRG-Vorsitzenden Andreas Wilmer nicht ungefährlich. Bei einer maximalen Tiefe von vier Metern gebe es dort ziemlich starken Bewuchs. Darin könnten sich Schwimmer sehr wohl auch verheddern

Noch wichtiger aber ist für Wilmer die fehlende Badeaufsicht. Einen Einsatz hier oder an einem anderen Grevener See könnte sich der DLRG-Vorsitzende durchaus vorstellen. „Allerdings ist das mit Kosten verbunden.“ Infrastrukturen wie ein Wachraum und eine Toilette müssten den Lebensrettern schon zur Verfügung gestellt werden. „Mit anderen DLRG-Ortsgruppen könnten wir das dann regeln.“ So etwa wie zuletzt am Waldsee in Ladbergen. Aber hier hat die DLRG inzwischen ihren Einsatz eingestellt. Weil der Schimmelpilz ins Wachhäuschen eingezogen ist, sind die Lebensretter draußen. „Auch hier ist nicht geklärt, wer die Kosten übernimmt.“

Für die Stadt Greven stellt sich diese Frage übrigens nicht. „Wir haben keinen See in unserem Besitz“, erklärt Pressesprecher Klaus Hoffstadt. Der Felix-See ist im Privatbesitz. „Wir haben dort Baden-Verboten-Schilder aufgestellt,“ sagt ein Miteigentümer. Anders könne man das Schwimmen dort nicht unterbinden.

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