Reckenfelder VdK schreibt an den Bischof
„Sie haben die Verantwortung“

Reckenfeld -

Der Vorsitzende des Reckenfelder VdK, Ulrich Stratmann, hat jetzt an den Bischof von Münster geschrieben. Tenor des Briefes: Der Bischof trägt Mitverantwortung, sollten die Ckt-Krankenhäuser an „Heuschrecken“ fallen.

Mittwoch, 12.08.2015, 07:08 Uhr

„Den VdK-Reckenfeld treibt die Sorge um unseren Krankenhausstandort in Greven um.“ Mit diesen Worten beginnt ein Brief, den jetzt VdK-Vorsitzender Ulrich Stratmann an den Bischof von Münster geschrieben hat. Stratmann beklagt darin, dass die Verhandlungen zur Übernahme der Krankenhäuser kurz vor Schluss gescheitert sind und fährt fort: „Wir erklären deutlich, dass wir diese Übernahmeverhandlungen nicht mehr nachvollziehen können. Jetzt besteht offensichtlich wieder die Gefahr, dass die beiden Krankenhäuser an einen Finanzinvestor wie die Ameos-GmbH, meistbietend verkauft werden.“ Die Ameos-GmbH gelte als „Heuschrecke“, die nur auf Profit ausgerichtet sei. „Gegen eine derartige Übernahme werden wir uns wehren. Für uns kann es nur eine Übernahme des Grevener Krankenhauses durch eine kirchliche Institution geben, da die Kirche jetzt und auch danach die alleinige Verantwortung trägt“, schreibt der VdK-Vorsitzende.

Dies werde deutlich an der Finanz- und Kreditsituation. „Der Gläubigerausschuss ist mehrheitlich durch die Vertreter Ihres Bistums und der DKM Darlehnskasse Münster als kirchliches Kreditinstitut zusammen gesetzt“, schreibt Stratmann. Die DKM sei das Kreditinstitut des Bistums Münster. Aufsichtsratsvorsitzender sei Generalvikar Prälat Norbert Kleyboldt . „Laut DKM-Direktor Bickmann ist die DKM als katholische Kirchenbank der ethischen und nachhaltigen Ausrichtung der eigenen Vermögensanlagen und Kreditgeschäfte verpflichtet. Daher wird es die Bevölkerung Grevens und Reckenfelds nicht hinnehmen, wenn diesen Worten keine Taten folgen und Sie das Grevener Krankenhaus nur wegen eines kurzfristigen Gewinnes für das Bistum an einen Finanzinvestor verkaufen“, heißt es in dem Brief.

Bei einem Verkauf an einen Finanzinvestor sei davon auszugehen, dass zunächst Geld auf Kosten der Mitarbeiter und der Krankenhausqualität eingespart und das Krankenhaus später wieder gewinnbringend weiter verkauft oder insgesamt geschlossen werde. Vor diesem Hintergrund stehe die Kirche in der Verantwortung. „Sie, Herr Bischof, haben das Sagen. Sie haben die Verantwortung“, schreibt Stratmann und fordert: „Bitte teilen Sie uns Ihren Standpunkt mit und verweisen nicht, wie in Emsdetten, auf Ihre Nichtverantwortung und Nichteinflussmöglichkeit.“

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