Schulbusärger I
Feinjustierung oder grobe Fehler?

Greven/Reckenfeld -

Auch gut vier Wochen nach Inkrafttreten der neuen Busfahrpläne knirscht es an eineigen Stellen noch immer gewaltig. Das wurde am Mittwoch im Schulausschuss deutlich.

Donnerstag, 03.09.2015, 16:09 Uhr

Volle Busse:  Vor allem Reckenfelder Schüler beklagen, dass die Kapazitäten stellenweise nicht ausreichen.
Volle Busse:  Vor allem Reckenfelder Schüler beklagen, dass die Kapazitäten stellenweise nicht ausreichen. Foto: Jan Potente

Auch gut vier Wochen nach Inkrafttreten der neuen Busfahrpläne knirscht es an einigen Stellen noch immer gewaltig. Das wurde am Mittwoch im Schulausschuss deutlich. Dort bemühte sich Peter Weilke darum, die Wogen zu glätten. Seine Botschaft: Man habe an einigen Stellen „ Feinjustierungen “ vornehmen müssen. Im Großen und Ganzen laufe der Verkehr inzwischen aber gut.

Die Rückmeldungen etlicher Schulleiter ergaben indes ein anderes Bild. Offenbar gibt es stellenweise noch immer massive Probleme. Viele Beschwerden laufen jedoch nicht direkt bei Weilke auf, sondern bei den Klassenlehrern und Schulleitungen. „Unsere Sekretärin hat an manchen Tagen nichts anderes gemacht, als stundenlang zu telefonieren und Beschwerden aufzunehmen“, schildert Thorben Zilske , Leiter der JKR. „Schwierigkeiten sind ganz normal“, sagte Markus Wiening, bei der Grevener Verkehrs GmbH (eine Stadtwerke-Tochter) für das Stadtbusmanagement verantwortlich. „Letzte Woche ist die Zahl der Beschwerden deutlich zurückgegangen. Eigentlich läuft es doch sehr gut. Das kann man nicht anders sagen.“ Wer sich beschwere müsse bedenken, dass man sich in Greven wegen wirtschaftlicher Zwänge von einigen „Komfortlösungen“ habe verabschieden müssen. Zudem benutzten manche Schüler einige Haltestellen „irrational“. Aber, ja, er räumte auch ein, dass es eigene Fehler gegeben habe. So habe man die Fahrzeiten zum Teil falsch kalkuliert und einige Kapazitäten – etwa von der AFR nach Reckenfeld – nicht richtig eingeschätzt. „Das passiert. Nach drei Tagen haben wir aber nachgesteuert.“

In normalen Jahren dauere es in der Regel auch rund 14 Tage, bis sich der Busverkehr nach den Ferien eingespielt habe, sagte Frank Hänel, bei der Stadt für Schulfragen zuständig. In diesem Jahr jedoch habe es „einige Verwerfungen mehr gegeben“. Die Probleme versuche man nun abzuarbeiten.

Zum 1. August ist der Linienbusverkehr in Greven komplett umgekrempelt (und zum Teil deutlich zusammengestrichen) worden – für Weilke einer der Hauptgründe für die Probleme. Beispiel Reckenfeld: Dort gebe es rund 500 bis 600 Fahrschüler. „Die kannten das System seit Jahren. Und plötzlich ist alles anders. Wir sind deshalb auch nicht davon ausgegangen, dass das in den ersten Tagen sofort alles läuft.“

Anne Sprakel, Leiterin der Josefschule, monierte, dass Kinder statt der fahrplanmäßigen 17 Minuten nach Schulschluss bis zu 30 Minuten an der Haltestelle warten müssten. Eigens abgestelltes Aufsichtpersonal fehle dann wieder für den Unterricht. „Ich mache mir da ganz große Sorgen.“ Für Grundschüler sei eine so lange Wartezeit „unverträglich“.

Marita Lödde-Wilken (Mariengrundschule) berichtete, dass die Schmedehausener Kinder um 7.47 Uhr da sein sollten – eigentlich. „Das hat noch nicht einen Morgen geklappt.“ Bei der Rückfahrt fielen bis zu 45 Minuten Wartezeit an. „Das ist unzumutbar, vor allem, wenn ich an den Winter denke.“

Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) beklagte, dass von nötigen „Feinjustierungen“ keine Rede sein könne. „Es gab gravierende Fehleinschätzungen. Das war schon katastrophal.“

Auch die Informationspolitik von Verkehrsbetrieben und Weilke wurde im Ausschuss kritisiert. Viele Kinder sollen nur per Zettel, die in den Bussen verteilt wurden, auf die Änderungen aufmerksam gemacht worden sein; Schulen zum Teil gar nicht. Pressemitteilungen waren Mangelware.

Ingo Krimphoff, Leiter der Gesamtschule, erklärte sich bereit, die Probleme und Beschwerden von Eltern zu sammeln und zu bündeln, um sie für eine Schulleiterrunde im September aufzubereiten. Stadt und Weilke wollen derweil weiter intensiv im Gespräch bleiben und Lösungen abstimmen.

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