Wahl-Nachlese
Über 20 000 Grevener haben nicht gewählt

Greven/Reckenfeld -

Das war erwartet worden - und doch sind die nicht mal 30 Prozent Wahlbeteiligung unter dem Strich enttäuschend. Mehr als 20 000 Grevenern war es am Sonntag egal, wer neuer Landrat des Kreises Steinfurt wird.

Montag, 14.09.2015, 14:09 Uhr

Äußerst mau fiel die Wahlbeteiligung in Greven aus: Am Sonntag machten nur 28,2 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Recht Gebrauch, den neuen Landrat mitzubestimmen. Von den rund 29 800 Grevener, die hätten wählen dürfen, erschienen nur knapp 8300 tatsächlich in den Wahllokalen. Sprich: Über 20 000 Wahlberechtigte ließen ihr Stimmrecht verfallen oder machten den Wahlzettel ungültig. Die enttäuschend geringe Wahlbeteiligung in Greven liegt nochmals deutlich unter dem Kreis-Schnitt (41,49 Prozent).

Hinsichtlich der Ergebnisse reiht sich Greven hingegen in den kreisweiten Trend ein. Hätten allein die Grevener zu entscheiden, hieße der neue Landrat ebenfalls Dr. Klaus Effing . Der CDU-Mann liegt in der Emsstadt deutlich vorn (55,3 Prozent) – wenn auch leicht hinter seinem kreisweiten Ergebnis.

Dr. Stefan Giebel ( SPD ) blieb in Greven mit 28,8 Prozent unter der 30-Prozent-Marke. Hermann Stubbe (Grüne) schnitt hingegen besser ab als im Kreis-Schnitt. Dort holte er 12,14 Prozent, in Greven dagegen 16,0 Prozent – möglicherweise das Ergebnis einer deutlichen Positionierung in Sachen FMO. Nur in Altenberge (16,5 Prozent) und in seinem Heimatort Saerbeck (18,1 Prozent) holte der Grüne noch bessere Ergebnisse als in Greven.

In keinem einzigen Grevener Wahlbezirk musste Effing einem seiner Konkurrenten den Vortritt lassen. Im knappsten Fall lag er mit 43,2 Prozent vorn (Wahllokal Haus Marienfried in Reckenfeld; Giebel: 38,5 Prozent), am deutlichsten ging es in den Außenbezirken zu. Das Top-Ergebnis für Effing in Gimbte (66,6 Prozent) wird noch von Schmedehausen (69,9 Prozent) und Vosskotten (70,2 Prozent) übertroffen. Auffällig ist auch der hohe Stimmenanteil, den der CDU-Kandidat bei den Briefwählern (62,1 Prozent) einfahren konnte. Die exakt 2000 Briefwähler, die im Vorfeld des Wahltages ihr Votum abgaben, bedeuten im Übrigen einen satten Anteil von 24,22 Prozent der Wähler.

Selbst in traditionellen SPD-Bezirken konnte Giebel nicht vor Effing landen. Immerhin gelang es ihm, in allen Grevener Bezirken den Platz zwei vor Hermann Stubbe zu behaupten – auch wenn es dabei mitunter knapp zuging (vor allem in CDU-Hochburgen wie Gimbte und Schmedehausen).

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Das nächste Mal werden die Grevener im Frühjahr 2017 um ihr Votum gebeten. Dann finden Landtagswahlen statt. Im Herbst 2017 folgt die Bundestagswahl.

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