Sanierungsbedarf unstrittig / Entscheidung voraussichtlich im Herbst 2016
Rathaus verbirgt Schwachstellen

Greven -

Dass das Rathaus sanierungsbedürftig ist, ist unstrittig. Die Gebäudedämmung ist lausig, die Fenster stammen aus den 70er Jahren und entsprechen nicht mehr dem Standard, die Dachabdichtung lässt zu wünschen übrig. Die städtischen Mitarbeiter leiden unter Zugluft, viele Räume sind fußkalt. Darum hat der Rat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das verschiedene Varianten durchspielen soll, wie und mit welchem Aufwand das Rathaus zu sanieren sei. Das Ergebnis: Auf lange Sicht wäre ein Neubau, obwohl er 14 Millionen kosten würde, möglicherweise billiger als eine Sanierung oder als die reine Instandhaltung.

Mittwoch, 11.11.2015, 22:11 Uhr

„Das Rathaus sieht besser aus als es ist.“ Als Ludwig Stroetmann von der Thermografie-Firma BIG aus Rheine jetzt am Beispiel des Verwaltungsbaus Interessierten demonstrierte, wie Thermografie funktioniert, war von Kältebrücken, denen dieses Infrarot-Verfahren auf die Spur kommt, wenig zu sehen. Gewiss, an den Fenstern zeigten rote Streifen, dass dort die Wärmeabstrahlung ungleichmäßig ist. Aber der Beton selbst zeichnete sich als kompakte blaue Fläche ab – dort, so scheint es dem Laien, entweicht wenig Wärme. Aber das ist ein Irrtum. „Wir messen nur die Temperatur-Unterschiede“, erläuterte Stroetmann. Wenn ein Gebäude gleichmäßig Wärme verliert, merkt das auch die Kamera nicht. „Für unsere Probleme ist die Thermographie nicht das Diagnose-Instrument, das uns wirklich weiterhilft“, sagte Angela Makowka vom Stadtplanungsamt. „Aber wir kennen die Schwachstellen genau.“ Schon die Stromrechnung fürs Rathaus spreche eine deutliche Sprache.

Trotz dieser Alternative: An einen Abriss des Rathauses, das demnächst wohl denkmalgeschützt sein wird, denkt im Moment keiner. „Wir werden im nächsten Jahr eine Detailplanung für eine Sanierung machen – wenn wir dann personell entsprechend aufgestellt sind“, sagt Reinhild Heedemann vom Gebäudemanagement der Stadt. Im Moment ist die Abteilung mit den Planungen für Flüchtlingsunterkünfte und der Erweiterung von Gesamtschule und Gymnasium mehr als belastet. „Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Herbst Ergebnisse vorlegen können“, sagt die Gebäudemanagerin. Erst auf dieser Basis könne verlässlich etwas zu den Kosten gesagt werden. Heedemann: „Und dann muss die Politik entscheiden, was verwirklicht werden soll.“

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