Volkstrauertag
In Gedanken in Paris

Greven -

Der Terror von Paris drückte der Gedenkveranstaltung anlässlich des Volkstrauertages seinen Stempel auf. Die Besucher gedachten der Opfer mit einer Schweigeminute, im Rathaus liegt ein Kondolenzbuch aus.

Sonntag, 15.11.2015, 14:11 Uhr

Im Rahmen der „Gedenkstunde für den Frieden“ warb Winfried Nachtwei dafür, Friedens- und Hoffnungsmachern mehr Beachtung zuteil werden zu lassen. Kranzniederlegungen rundeten die Veranstaltung ab. Das Kondolenzbuch für die Opfer von Paris wird noch einige Tag lang im Rathausfoyer ausliegen.  
Im Rahmen der „Gedenkstunde für den Frieden“ warb Winfried Nachtwei dafür, Friedens- und Hoffnungsmachern mehr Beachtung zuteil werden zu lassen. Kranzniederlegungen rundeten die Veranstaltung ab. Das Kondolenzbuch für die Opfer von Paris wird noch einige Tag lang im Rathausfoyer ausliegen.   Foto: oh

In Greven lag am Sonntag im Rahmen der „Gedenkstunde für den Frieden“ anlässlich des Volkstrauertages ein Kondolenzbuch aus, in das sich zahlreiche Menschen eintrugen, um nach den Anschlägen von Paris ihre Verbundenheit auszudrücken. Bürgermeister Peter Vennemeyer sagte mit Blick auf die Ereignisse in Frankreich : „Die Anschläge galten nicht Frankreich allein, sondern uns allen und der Idee der Menschenrechte.“ An die Bewohner von Grevens französischer Partnerstadt Montargis gerichtet sagte er: „Wir fühlen mit euch.“ Im Rahmen einer Gedenkminute erhoben sich die Gäste und gedachten der vielen Opfer der Anschläge.

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Man habe in diesem Jahr aktuelle politische Aspekte von Krieg und Frieden in den Mittelpunkt der Gedenkstunde rücken wollen. Dass es aber „derart tragische Bezüge“ (Vennemeyer) geben würde, habe niemand ahnen können. Und so wurden die vorbereiteten Reden ergänzt, der Rahmen angepasst, insgesamt prägten die noch frischen Eindrücke der schrecklichen Ereignisse die ganze Veranstaltung. Jedes Wort zu Krieg, Frieden und Opfern schien (nicht nur, aber auch) auf den Terror in Paris gemünzt zu sein. „Wir müssen mehr denn je an der Seite Frankreichs stehen“, appellierte Vennemeyer an die Zuhörer. Es sei die „große europäische Aufgabe, endlich den Krieg in Syrien zu beenden“, der Terroristen als Vorwand für ihr Blutvergießen diene.

Gastredner Winfried Nachtwei , der von 1994 bis 2009 für die Grünen im Bundestag saß, drückte den Opfern sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. Zudem hoffe er, „dass die Staaten und ihre Bürger nun wirklich gemeinsam, handeln, dass sie als wehrhafte Demokratie handeln, und dass sie klug handeln.“

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In seiner Rede zum Thema „Nie wieder! Nie wieder? Verantwortung zum Schutz vor Krieg und Massengewalt“ spannte er dann den großen Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die Gründung der Vereinten Nationen bis hin zu aktuellen Krisen und Bürgerkriegen. Er habe vor Jahren einen Soldatenfriedhof besucht, auf dem gedankenlose Besucher ein Picknick auf dem Massengrab veranstaltet hätten – für ihn unfassbar. „Wenn man schon nichts mehr an diesem Unbegreiflichen ändern kann, sollte es wenigstens nicht vergessen werden. Und es sollte nie wieder passieren.“ Doch schalte man abends die Nachrichten ein, um feststellen zu müssen, dass die Menschheit offensichtlich nicht gelernt habe und dieselben Fehler stets aufs Neue begehe.

Nachtwei warb eindringlich dafür, Warnern und Weitsichtigen mehr Gehör zu schenken. Und er warnte – auch mit kritischem Blick auf die Rolle der Medien – vor Missachtung und Ignoranz von „Friedens- und Hoffnungsmachern“. Diese gebe es auch in scheinbar aussichtslosen Krisensituationen. Sie setzten sich für friedliche Lösungen, Verständigung und Verhandlungen ein – ihrem Beispiel gelte es zu folgen. Auch in Zeiten „wachsender Bedrohung“ sieht Nachtwei ermutigende Beispiele von tollem Engagement – aktuell in der Flüchtlingshilfe. „Eine solche Hilfsbereitschaft hat es in der deutschen Bevölkerung nur selten zuvor gegeben. Das ist auch ein gutes Zeichen.“

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