Migrationsforscher Prof Dr. Aladin El-Mafalaani kommt
Bei ihm haben schon Merkel und Gauck angerufen

Greven -

„Wo steht Deutschland in zehn Jahren?“, fragt der promovierte Politikwissenschaftler Aladin El-Mafalaani am 27. April im Ballenlager. Wie wird seine Antwort auf die selbst gestellte Frage ausfallen? Das Spezialgebiet des Professors, der vor drei Jahren einen Ruf an die Fachhochschule Münster erhielt, ist die Migration. Sein Wissen gibt er im „Rat für Migration“ weiter.

Freitag, 15.04.2016, 06:04 Uhr

Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Aladin El-Mafalaani wird die Ergebnisse seiner Migrationsforschung am 27. April im Ballenlager präsentieren. Lore Hauschild und Nicky Schulte (kleines Foto) zeigen Exponate, die versteigert werden.
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Aladin El-Mafalaani wird die Ergebnisse seiner Migrationsforschung am 27. April im Ballenlager präsentieren. Lore Hauschild und Nicky Schulte (kleines Foto) zeigen Exponate, die versteigert werden. Foto: res

„Wo steht Deutschland in zehn Jahren?“, fragt der promovierte Politikwissenschaftler Aladin El-Mafalaani am 27. April im Ballenlager . Wie wird seine Antwort auf die selbst gestellte Frage ausfallen? Das Spezialgebiet des Professors, der vor drei Jahren einen Ruf an die Fachhochschule Münster erhielt, ist die Migration. Sein Wissen gibt er im „Rat für Migration“ weiter, hält damit aber auch nicht hinterm Berg, wenn die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident sich an ihn wenden. „Merkel und Gauck haben ihn schon angerufen“, verweist Mitorganisatorin Nicky Schulte auf die fachliche Kompetenz des Referenten, der an diesem letzten Mittwoch im April das Ballenlager füllen soll.

Bei aller Skepsis und einer durchaus kritischen gesellschaftlichen Haltung ist der Sohn syrischer Eltern überzeugt, dass Deutschland das schaffe. Mehr noch: „Unsere Untersuchungen zeigen, dass in Kommunen, die einen hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund haben, die Bildungschancen besser sind als dort, wo wenige Migranten leben,“ führt er in entsprechenden Publikationen aus.

Womit die eingangs gestellte Frage des 37-jährigen Politikwissenschaftlers eigentlich beantwortet wäre. Nicht, ob es gelingt, ist also seine Frage, sondern, wie es gelingen kann. Mitorganisatorin Lore Hauschild charakterisiert den Referenten als „überzeugende Persönlichkeit“, die zeige wie Integration zur Chance für eine Gesellschaft werden könne. „Dafür liefert der Referent wissenschaftliche Argumentationshilfen.“ Die seien letztlich wichtig für alle, die mit Integration zu tun hätten: Lehrer, Sozialarbeiter, aber auch Arbeitgeber.

Eine weitere Zielrichtung der Veranstaltung verdeutlicht Ernst Reiling : „Wir wollen gegen Rassismus Flagge zeigen.“ Eigentlich müsse sich da jeder Demokrat angesprochen fühlen, der sich über die vielen fremdenfeindlichen Übergriffe im Lande ärgere.

Dass Deutschland trotzdem in Sachen Integration Vorbildcharakter beweise, zeige auch die Tatsache, dass deutsche Migrationsforscher in europäischen Nachbarländern sehr gefragt seien.

Die Veranstaltung im Ballenlager am 27. April haben die Organisationen auf breite Füße gestellt. Dabei sind der Reckenfelder Treff, die Flüchtlingshilfe der evangelischen Gemeinde Reckenfeld, der Reckenfelder Bürgerverein, die Flüchtlingshilfe, der KKV, SPD und Grüne, FDP und Linke, Reckenfeld direkt und Freie Wähler. Die CDU habe man nicht zum Mitmachen motivieren können, bedauern die Organisatoren.

Mit zu den Veranstaltern zählt übrigens auch die Unterstützergruppe der „Aktion Hoffnungsschimmer“. Für deren Engagement, die erbärmliche Situation für Flüchtlinge im türkisch-syrischen Grenzgebiet zu verbessern, hat Ernst Reiling eine Auktion organisiert, die im Anschluss an Vortrag und Diskussion stattfinden soll. Unter den Hammer kommen dann ein Kunstwerk von Michael Bause (Lebenslinien), eine signierte Schreibgarnitur von Wolfgang Schäuble und eine besondere Franziskus-Medaille des Papstes, die eine „Stabsstelle im Vatikan für besondere Angelegenheiten“ nach Greven geschickt hat sowie ein mit besonderer Signatur ausgestattetes Katharina-Witt-Buch.

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