Sandra Pulinas Ausstellung im Kunstturm eröffnet
Kunst im zweiten Zuhause

Greven -

Fünf Wochen gestaltete sie die Räumlichkeiten nach ihren Vorstellungen um – für die junge Künstlerin war das in dieser Form eine neue Erfahrung: „Eine solche Carte blanche für seine Ideen zu bekommen, ist einfach toll“, schwärmt Pulina, die in Münster Kunst und Kunstgeschichte studierte, schon in vielen deutschen Städten ausstellte und sich – auch dank mehrerer Kunst-Stipendien – an zahlreichen Orten dieser Welt künstlerisch inspirieren ließ.

Sonntag, 17.04.2016, 19:04 Uhr

 
  Foto: Stefan Bamberg

Keine Frage: Im Kunstverein Greven regieren die Frühlingsgefühle. „Wir sind wieder da“, sagt die zweite Vorsitzende Maria Galen fröhlich. Die Bauarbeiten rund um das ehemalige „Lennox“ verdonnerten die Kunstliebhaber zu einem Dreivierteljahr Zwangspause. Jetzt aber geht es weiter: „Loft Living“ lautet der Titel der neuen Exposition, die am Freitagabend im Kunstturm eröffnet wurde.

Den vielleicht entscheidenden Wink, wohin die kreative Reise führt, erhält der geneigte Kunstfreund dabei bereits am Eingang: „AIR – Artist in residence“ – dieses eher unauffällige Schild beschreibt das Motto der Ausstellung wohl äußerst treffend. Für die Künstlerin, Sandra Pulina aus Münster wurde der Kunstturm zuletzt nämlich tatsächlich zu einem zweitem Zuhause.

New York, Niederlande – Niederort, so könnte man es überspitzt formulieren. Denn trotz aller Internationalität besitzt die Ausstellung einen interessanten Greven-Bezug: Schon im Erdgeschoss machen historische „Delfter Kacheln“ auf sich aufmerksam, die, obwohl zumeist in Holland hergestellt, auch in hiesigen historischen Häusern zu finden sind. Die Motive für die Kacheln liefern Arbeiten des niederländischen Malers Jan Vermeer, teilweise mit biblischem Hintergrund.

„Von Amsterdam nach New Amsterdam“, wie es der Kunsthistoriker Dr. Stephan Trescher in seiner Einführung beschrieb, geht es im ersten Stock: Heute heißt New Amsterdam natürlich New York und wartet in puncto Wohnkultur in der Tat – hier kommt der Titel der Ausstellung ins Spiel – mit trendigen Lofts auf: Diese Loft-Atmosphäre erzeugt Sandra Pulina unter anderem mit New-York-Windows. In der zweiten Etage sind schließlich farblich feurige, abstrakte Öl-Malereien zu bestaunen, Dr. Stephan Trescher sah darin „die kalifornische Sonne, die einem entgegenstrahlt“. Überall lohnt sich ein zweiter Blick, denn: Auch an Decken, Wänden oder Säulen befinden sich kleine Kunstwerke. Sandra Pulina ist es sichtlich leichtgefallen, einen Bezug zum Gebäude herzustellen, das sie nun umgestaltete – sie hat das Projekt genossen: „Manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, als würde ich hier einziehen“.

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Bis zum 12. Mai ist die Ausstellung im Kunstturm geöffnet, und zwar mittwochs (16 bis 18 Uhr), samstags (11 bis 13 Uhr) und sonntags (11 bis 18 Uhr).

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