Internet-Handel mit gestohlenem Schmuck
Bewährung für Hehlerei und Betrug

Greven/Lengerich/Lienen/Ibbenbüren -

Wegen gewerbsmäßiger Hehlerei in Tateinheit mit gewerbsmäßigen Betrug in zehn respektive neun Fällen hat das Schöffengericht Ibbenbüren am Dienstag zwei Männer aus Lienen und Lengerich zu Freiheitsstrafen von 22 und 14 Monaten verurteilt.

Donnerstag, 21.04.2016, 05:04 Uhr

Das Amtsgericht Ibbenbüren war Schauplatz der Verhandlung.
Das Amtsgericht Ibbenbüren war Schauplatz der Verhandlung. Foto: Wilhelm Schmitte

Ein Mitangeklagter aus Hasbergen erhielt sieben Monate wegen Hehlerei und Betrugs in drei Fällen, wobei es in einem Fall beim Versuch blieb.

Das Gericht setzte die Strafen wegen der guten Prognosen für drei Jahre zur Bewährung aus. Die Männer hatten keine Vorstrafen und sich auch nach den angeklagten Fällen keiner Straftat mehr schuldig gemacht. Die Verfahren gegen eine Frau aus Lohne und einen Mann aus Coesfeld stellte das Gericht ebenso ein wie 112 laut Gutachten eines Sachverständigen nicht aufklärbare Verkaufsfälle gegen die Männer aus Lienen , Lengerich und Hasbergen.

Die Anklage beschuldigte das Quintett des besonders schweren Diebstahls, der gewerbsmäßigen Bandenhehlerei und des Betrugs. Sie sollen zwischen März 2009 und Dezember 2010 von dem Lienener bei seinem damaligen Arbeitgeber, einem Logistikdienstleister in Greven, in großem Stil entwendeten hochwertigen Schmuck über verschiedene Accounts eines Online-Marktplatzes verkauft haben, um sich eine nicht nur vorübergehende Einnahmequelle zu verschaffen.

Ganz so dramatisch, wie es am Anfang schien, sah es nach der Beweisaufnahme nicht mehr aus, stellte der Staatsanwaltschaft in seinem Plädoyer fest. Der 31-jährige Mann aus Lienen hatte eingeräumt, die Schmuckstücke von einem Kollegen bekommen zu haben, der ihm einen Roller abgekauft hatte. Nachdem das Fahrzeug abbezahlt war, erhielt er weiteren Schmuck zum Verkauf. Beteiligt an den Transaktionen waren der Lengericher sowie der Mann aus Hasbergen, der ältere Bruder des Lieneners.

Über ihre Accounts ebenfalls mit im Boot waren der Coesfelder und die Frau aus Lohne, deren Ehemann mit dem angeklagten Lengericher gut befreundet ist. „Ich habe ihm blind vertraut und ihm alle Daten für mein Konto gegeben“, sagte die 37-Jährige am Dienstag unter Tränen aus. Auch der Coesfelder will nicht gewusst haben, dass über seinen Account gestohlene Ware verkauft wurde. Zudem hätten sein Kumpel und er immer schon die Accounts des jeweils anderen genutzt.

Ihm sei schon klar gewesen, dass das nicht in Ordnung war, machte der Mann aus Lienen vor Gericht deutlich. „Das war wie ein Teufelskreis“, erinnerte er sich an diese Zeit. Da der 31-Jährige in seinem Geständnis auch die Verantwortung für die Verkaufsfälle übernahm, die über die Konten der Lohnerin und des Coesfelders abgewickelt wurden, stellte das Gericht die Verfahren gegen die beiden ein, im Falle des Mannes gegen eine Geldbuße von 300 Euro.

Für die drei verurteilten Männer kommt zu den Bewährungsstrafen jeweils eine Geldauflage, die sie in Monatsraten zahlen sollen.

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