Tempo 30 am Kirchweg
Ein Beschluss ohne Folgen

Reckenfeld -

Die Reckenfelder Kommunalpolitiker haben eigentlich für den Kirchweg Tempo 30 beschlossen. Passiert ist nichts . . .

Donnerstag, 21.04.2016, 15:04 Uhr

Der südliche Teil des Kirchweges ist schnurrgerade und verleitet manche dazu, zu schnell zu fahren. Mit einer durchgehenden Tempo-30-Regel könnte man dem entgegenwirken, argumentiert die Reckenfelder SPD.  
Der südliche Teil des Kirchweges ist schnurrgerade und verleitet manche dazu, zu schnell zu fahren. Mit einer durchgehenden Tempo-30-Regel könnte man dem entgegenwirken, argumentiert die Reckenfelder SPD.   Foto: oh

Tempo 30 auf dem kompletten Kirchweg – diesen Beschluss fasste der Bezirksausschuss Reckenfeld im vergangenen Herbst. Geschehen ist seitdem – nichts. Was vor allem die SPD , die seinerzeit diesen Antrag zur Abstimmung stellen ließ, verwundert. „Wir haben den Antrag gestellt und stehen nach wie vor dazu“, sagt Ausschussmitglied Hermann Honermann (SPD). „Der Antrag ist sauber durchgelaufen, aber bis dato ist nichts passiert.“

André Kintrup , Geschäftsbereich Verkehr und Grün im Rathaus, betont, dass es am Kirchweg „schon seit Langem“ Tempo 30 gebe – im Bereich der Altenwohneinrichtung und des Kindergartens (nahe der Kirche). „Es spricht überhaupt nichts dafür, das bis zum Jägerweg zu verlängern.“ Man habe im Ausschuss auch deutlich gemacht, „dass es überhaupt keine Möglichkeit gibt, das dort anzuordnen.“ Die Vorgaben für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone seien sehr eindeutig. Im südlichen Kirchweg habe man keinen Spielraum – und nach seiner Einschätzung auch keine echte Notwendigkeit. „Da ist die Welt noch in Ordnung.“

Das sieht Honermann anders. Man müsse auf dem schnurgeraden Kirchweg Autofahrer „einbremsen“, die mit hohem Tempo (zum Teil mit deutlich mehr als 50) Richtung Ortsmitte führen. Nur so könne man erreichen, dass dort, wo 30 vorgeschrieben sei, dies auch annähernd eingehalten werde.

Informationen, dass der Antrag im Ausschuss seinerzeit abgelehnt worden ist, kann Honermann nicht bestätigen. „Meines Wissens ist das positiv beschieden worden.“ Auch Ausschussmitglied Ernst Reiling (Reckenfeld direkt), der das Ansinnen einst unterstützte, ist sich sicher, dass die Mehrheit mit „Ja“ für den SPD-Antrag stimmte.

Unsere Zeitung titelte nach der entsprechenden Sitzung im September: „Politik probt den Aufstand“. Denn, offenbar inspiriert von Beschlüssen zu Tempo 30 in Graben- und Bismarckstraße in Greven, ließen sich die Reckenfelder Lokalpolitiker mehrheitlich zu einem Beschluss bewegen, der (so wie in Greven) nicht mit geltendem Recht zu vereinbaren ist – was die Verwaltung (inklusive Bürgermeister) in der Sitzung auch deutlich gemacht hat. Dennoch kam der Beschluss zustande. Im Falle der Bismarckstraße war wegen des Beschlusses in der Berichterstattung gar von „Anarchie“ die Rede.

Die Beschlüsse zur Graben- und Bismarckstraße wurde inzwischen wieder „einkassiert“, im Falle des Reckenfelder Kirchweges ist das wohl nur deshalb ausgeblieben, weil das Votum des Bezirksausschusses nur empfehlenden Charakter hatte. Dennoch hat sich Hermann Honermann, der seinerzeit den SPD-Antrag begründet hatte, vorgenommen, in den kommenden Tagen bei der Verwaltung nachfragen, „warum das immer noch nicht umgesetzt ist“. Ende offen . . .

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3947514?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F4849297%2F4849306%2F
Nachrichten-Ticker