Flüchtlinge
Bislang keine Zuweisungen

Greven -

Bisher muss Greven kaum neue Flüchtlinge aufnehmen. Da mittlerweile mehrere zusätzliche Container aufgestellt werden, wird sich die Lage in den Notunterkünften bald entspannen.

Donnerstag, 12.05.2016, 20:05 Uhr

Einer der Wohncontainer an der Mergenthaler Straße ist fast bezugsfertig, der zweite befindet sich im Rohbau und der dritte wurde gerade angeliefert.
Einer der Wohncontainer an der Mergenthaler Straße ist fast bezugsfertig, der zweite befindet sich im Rohbau und der dritte wurde gerade angeliefert. Foto: Peter Beckmann

Sie wirkte sehr entspannt. Das war in den vergangenen Monaten nicht immer so. Denn in den Zeiten, da täglich Flüchtlinge nach Greven kamen, hatte Beate Tenhaken , Fachbereichsleiterin Soziales, Jugend, Bildung bei der Stadtverwaltung, jede Menge Stress und musste täglich dafür sorgen Unterbringungsmöglichkeiten für die ankommenden Menschen zu finden. „Momentan ist die Lage deutlich entspannter“, erklärte sie den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend.

Seit Januar habe die Stadt, bis auf Familienzusammenführungen, keine Zuweisungen von Flüchtlingen mehr bekommen. „Ich gehe aber davon aus, dass sich das ab Juni wieder ändert“, sagte Tenhaken. Denn auch die Städte, denen zuletzt die Flüchtlinge zugewiesen worden seien, weil sie ihre Quote nicht erfüllt hatten, seien mittlerweile bei 100 Prozent.

Aber Tenhaken hatte auch frohe Nachrichten. Denn die Registrierungsstelle am FMO, die vermutlich bis September weiter geführt wird (unsere Zeitung berichtete), wird auf die Zuweisungsquote für Greven angerechnet. „Wir rechnen da mit rund 80 Plätzen“, so Tenhaken.

Trotz der „Flaute“ momentan ist die Stadt weiter dabei, Unterkünfte zu bauen. So wird für die Doppelhäuser an der Geschwister-Scholl-Straße noch in dieser Woche die Baustelle eingerichtet (Bauzeit acht Monate), für die Unterkünfte am Hansaring ist die Baugenehmigung erteilt (das Vergabeverfahren läuft), an der Mergenthaler Straße läuft bei einem Wohncontainer der Innenausbau, der zweite befindet sich im Rohbau und ein dritter ist angeliefert, die Module für die Hüttruper Straße werden Ende des Monats angeliefert, und für ein Grundstück am Brauerweg ist der Bauantrag gestellt (das zweite geplante Grundstück wird nicht bebaut), und die Unterkunft in der Emsaue ist kurz vor der Fertigstellung.

Klingt alles ganz einfach, ist es aber nicht. „Der Markt für Handwerker ist überhitzt, wir haben teilweise bei Ausschreibungen für handwerkliche Arbeiten keine Angebote bekommen“, erklärte Wilpsbäumer.

Aber auch wenn derzeit keine neue Flüchtlinge kommen, werden die neuen Unterbringungsmöglichkeiten trotzdem gebraucht, um die Provisorien aufzulösen. „Auf unserer Prioritätenliste steht an Nummer eins die Hauptschule in Reckenfeld , dann das DJK-Heim, die Schöneflieth-Sporthalle und das Begegnungszentrum Hansaviertel“, machte Tenhaken deutlich.

Aber sie warnt auch. „Es ist nicht abzusehen was passiert. Deshalb sollten wir nicht zu früh die provisorischen Unterbringungsplätze abbauen“, sagte sie und wies auf ein kommendes Problem hin: der fehlende Wohnraum für die so genannten „Rechtskreiswechsler“, also anerkannte Asylbewerber.

Davon wird es in Greven wohl bald auch einige geben, nachdem in der vergangenen Woche 260 Flüchtlinge aus Greven mit Bussen nach Bielefeld gebracht wurden, wo sie dann ihre Asylanträge stellen konnten. Werden sie anerkannt, müssen, oder, besser gesagt, dürfen sie raus aus den Unterkünften in eigene Wohnungen. Aber bezahlbare Wohnungen in Greven sind knapp.

„Da haben Rat und Verwaltung versagt“, schimpfte Ernst Reiling (Reckenfeld direkt). „Wir wissen, dass wir Sozialwohnungen brauchen, wir müssen jetzt damit anfangen welche zu bauen.“ Die Stadt hat dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben. mit dessen Hilfe der Bedarf ermittelt werden soll. „Denn wir reden hier alle über ein Bauchgefühl, ohne konkrete Zahlen zu haben“, sagte Bürgermeister Peter Vennemeyer.

Kämmer Beckermann hatte übrigens in Sachen Kosten für Flüchtlinge und deren Unterbringung frohe Nachrichten. „Wir hatten befürchtet, das uns da finanziell etwas weg läuft“, sagte er. „Aber im Moment scheinen die Landeszuschüsse die Kosten zu decken.“ Das sei aber nur der Fall, da die Stadt aufgrund der geringeren Flüchtlingszuweisungen geringere Aufwendungen habe.

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