SCR will zum Wittlerdamm
SCR drängt auf Umzug

Reckenfeld -

Die Pläne, durch den Umzug des SC Reckenfeld von der Ortsmitte an den Wittlerdamm im Zentrum Reckenfelds Flächen zur Bebauung zu gewinnen, sind wahrlich nicht neu. Jetzt drängt der Sportverein darauf, dass sie umgesetzt werden. Der Vorwurf des Vereinsvorsitzenden: „Aussagen werden verdreht.“

Freitag, 10.06.2016, 18:06 Uhr

Einen Asche- und einen Rasenplatz nutzte der SCR derzeit in der Ortsmitte. Mittelfristig soll das Areal für Wohnbebauung genutzt werden. Das geht erst, wenn der SCR an den Wittlerdamm umzieht. Ob das 2017 klappt, ist ungewiss.
Einen Asche- und einen Rasenplatz nutzt der SCR derzeit in der Ortsmitte. Mittelfristig soll das Areal für Wohnbebauung genutzt werden. Das geht erst, wenn der SCR an den Wittlerdamm umzieht. Ob das 2017 klappt, ist ungewiss. Foto: oh

Der SC Reckenfeld möchte lieber heute als morgen die Ortsmitte räumen und an den Wittlerdamm umziehen. Pläne liegen vor, der Verein sieht nun die Stadt am Zug. „Eigentlich bin ich dieses Rum-Geeiere leid“, wird SCR-Vorsitzender Andrew Termöllen deutlich. Der Stadt sei seit Jahren bekannt, dass der SCR gern die Sportflächen am Wittlerdamm zusammenfassen würde. Auch die Bereitschaft des Vereins, sich selbst (finanziell) einzubringen, sei hinterlegt. „Vor Ostern“, so Termöllen habe man konkrete Entwürfe für die Erweiterung des Sportzentrum vorgelegt und diese auch in allen Fraktionen besprochen. Und doch sei man dem Ziel, den Bau möglichst in 2017 zu beginnen, nicht spürbar näher gekommen. Er sieht die Stadtverwaltung in der Pflicht. Und nicht nur das: „Die Kommunikation läuft nicht rund, Aussagen werden verdreht“, ärgert sich Termöllen.

In der Bezirksausschusssitzung dieser Woche wurde deutlich, welche (abgespeckten) Details die SCR-Pläne enthalten: Zusätzlich zum Bestand stehen ein Trainings- und ein Kunstrasenplatz am Wittlerdamm (statt zuvor angedacht zwei vollwertige Plätze) und eine Laufbahn die 100-Meter-Läufe (statt voller Stadionrunde) auf der Bedarfsliste. Und auch eine Vier-Bahnen-Kegelanlage will der SCR errichten. In Eigenregie, wie Termöllen betont. „Wir erwarten nicht, dass die Stadt das bezahlt. Natürlich würden wir die Kosten dafür selber finanzieren.“ Bedarf ergibt sich durch den Aufstieg der SCR-Kegler, die in der höheren Klasse nur noch mit einer einjährigen Ausnahmegenehmigung auf der Zwei-Bahnen-Anlage im Irodion Partien austragen dürften. Kann der SCR nicht nachweisen, dass ab 2017 vier Bahnen zur Verfügung stehen, droht laut Termöllen der Abstieg. Die Wartung einer solchen Anlage könnten fachkundige Mitglieder der Kegel-Sparte übernehmen – das spart Kosten. „Es gibt auch schon Anfragen benachbarter Vereine“, berichtet Termöllen. Eine Vermietung der Bahnen für Trainingszwecke könnte zur Finanzierung beitragen.

In der Bezirksausschusssitzung nannte Bürgermeister Peter Vennemeyer die Frage der Betriebskosten des Sportzentrums als Knackpunkt. „Der SCR hat geliefert. Das wird aber nicht reichen. Und bis vor drei Wochen hat er auch noch eine andere Haltung vertreten.“ Auch müsse der Bedarf des SCR „richtig bemessen“ sein. „Da fehlen noch ein paar Punkte vom SCR.“ Es gehe um Sport-Grundversorgung. Für alles andere sei die Kommune nicht zuständig. „Natürlich würden wir, wie andere Vereine in Greven auch, die Anlage in Eigenregie unterhalten“, entgegnet Termöllen. Doch klar sei auch, dass es ohne einen städtischen Zuschuss nicht gehe.

Und noch mal die Kosten: Im Ausschuss sagte Vennemeyer zur Gesamtinvestition: „Unter drei bis fünf Millionen Euro wird das nicht zu machen sein.“ Termöllen dazu: „Das ist der Stand von vor mehreren Jahren. Die Summe geht völlig am aktuellen Bedarf vorbei.“

Im Ausschuss wurde von SCR-Unterstützern ein Masterplan für 2016 eingefordert, damit 2017 gebaut werden kann. Auch die Politik (inklusive Bürgermeister-Partei SPD) forderte für die nächste Sitzung einen konkreten Fahrplan und insgesamt deutlich mehr Tempo in dieser wichtigen Angelegenheit ein (Fritz Hesse: „Wir müssen dringlichst in die Pötte kommen.“) Man befürchtet offenbar, dass noch ein weiteres Jahr ungenutzt verstreicht.

In der Zwischenzeit griff Termöllen zum Hörer und rief beim Bürgermeister an. Ergebnis: Für übernächste Woche hat er mit ihm ein „intensives Planungsgespräch“ terminiert, bei dem atmosphärische Störungen beiseite geräumt und die Planungen konkretisiert werden sollen.

Auch Vennemeyer räumt ein: „Das Thema muss vom Tisch.“ Aber: Man habe in der Verwaltung eben auch andere Aufgaben vor der Brust. Man wolle nun die Hilfe eines Sportentwicklungsbüros in Anspruch nehmen.

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