Asylbewerber
Der Wohnungskümmerer

Greven -

„Ab heute haben wir wieder Zuweisungen.“ Mit dieser Ankündigung des Bürgermeisters im Hauptausschuss am Mittwochabend endet eine fast halbjährige Ruhephase, in der keine Flüchtlinge aus Landeseinrichtungen in städtische Unterkünfte geschickt wurden.

Donnerstag, 16.06.2016, 15:06 Uhr

Modulräume, die glücklich machen –  so steht es an den Containern im Bereich Wentruper Mark / Mergenthalerstraße angeschlagen. Die von Italienern gelieferten Module sind schon bald bezugsfertig.
Modulräume, die glücklich machen –  so steht es an den Containern im Bereich Wentruper Mark / Mergenthalerstraße angeschlagen. Die von Italienern gelieferten Module sind schon bald bezugsfertig. Foto: res

Doch die Stadt geht davon aus, dass die Zahl in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen wird. Das deckt sich auch mit Äußerungen von Innenminister Ralf Jäger aus dieser Woche (wir berichteten). Nach seinen Angaben kommen pro Woche 1500 Flüchtlinge. Zum Ende des vergangenen Jahres waren es 15 000.

Anders als im Vorjahr, so Bürgermeister Vennemeyer, würden „nur Flüchtlinge geschickt, die bereits registriert“ seien. Zudem habe das Land eine Vorlaufszeit von 14 Tagen versprochen. Für Greven böten sich damit bessere Organisationsmöglichkeiten. Aloys Wilpsbäumer. „Im vergangenen Jahr waren wir immer hinter der Lage. Jetzt haben wir die Chance, vor der Lage zu sein.“

Nachbessern will die Stadt jetzt auch bei der Organisation des Wohnraums für Flüchtlinge. „Wir brauchen einen Kümmerer“, stellte der Bürgermeister klar. Die Verwaltung hat diesbezüglich schon Nägel mit Köpfen gemacht: Ein Wohnungslotse mit einem Deputat von 20 Stunden pro Woche soll bereits bis zur nächsten Ratssitzung gefunden sein. Seine Aufgabe: Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge suchen. Damit könne das Umzugs- und Auszugsmanagement professionalisiert werden, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Während er die Situation auf dem Grevener Wohnungsmarkt „als insgesamt gar nicht so schlecht“ charakterisierte, warf Ernst Reiling von Reckenfeld direkt der Verwaltung Versäumnisse vor. „Im Vergleich zu Emsdetten sind hier Fehler gemacht worden.“ Die Nachbarstadt habe rund fünf Millionen Euro an öffentlichen Förderungsmitteln einfordern können. Dass man diese Situation so nicht habe absehen können, erwiderte SPD-Ratsherr Zweihaus. „Vor drei Jahren haben wir uns noch von städtischen Immobilien getrennt.“

Den Blick nach vorn richtetet Grünen-Fraktionschef Kösters Kraft: Auch um das Ziel der dezentralen Unterbringung zu realisieren, müsse die Stadt jetzt Gas geben, um preiswerten Wohnraum zu schaffen.

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