VHS der Zukunft
Integrations-Helfer, Bildungsort, Standortfaktor

Greven -

Satte 70 Prozent aller derzeit laufenden Unterrichtseinheiten sind „DaZ“-Kurse (Deutsch als Zweitsprache). Für den neuen VHS-Chef Dr. Kai Lüken, der mit Beginn dieses Jahres die Nachfolge des pensionierten Alfons Bücker antrat, ist es die erste Mammut-Aufgabe.

Samstag, 25.06.2016, 16:06 Uhr

Der neue Kapitän der VHS-Mannschaft: Dr. Kai Lüken (zweiter von rechts) 2.v.r.) ist neuer VHS-Leiter. Emsdettens Bürgermeister Georg Moenikes, Lükens Stellvertreterin Gisela Junkerkalefeld und Versammlungsvorsitzende Liz Kühlert (rechts) freuen über die Zusammenarbeit.
Der neue Kapitän der VHS-Mannschaft: Dr. Kai Lüken (zweiter von rechts) 2.v.r.) ist neuer VHS-Leiter. Emsdettens Bürgermeister Georg Moenikes, Lükens Stellvertreterin Gisela Junkerkalefeld und Versammlungsvorsitzende Liz Kühlert (rechts) freuen über die Zusammenarbeit. Foto: Stefan Bamberg

Die Abkürzung klingt fast putzig. Aber Vorsicht: Was auf den knuffigen Namen „DaZ“ hört, ist keineswegs zu unterschätzen. Im Gegenteil: Deutsch als Zweitsprache – so der volle Titel – hält Führungsriege und Mitarbeiter der Volkshochschule Emsdetten /Greven/Saerbeck seit vielen Monaten in Atem. Vornehmlich die Flüchtlingssituation schafft den immensen Bedarf. Mehr hauptamtliches Personal, mehr Kurse und Dozenten, mehr Verwaltungsaufwand – VHS-Leiter Dr. Kai Lüken sprach am Donnerstagabend im Grevener Rathaus von einem „regelrechten ‚DaZ‘-Boom“.

Der eindrucksvolle Beleg: Satte 70 Prozent aller derzeit laufenden Unterrichtseinheiten sind „DaZ“-Kurse. Für den neuen VHS-Chef, der mit Beginn dieses Jahres die Nachfolge des pensionierten Alfons Bücker antrat, ist es die erste Mammut-Aufgabe. Freilich eine, die sich Lüken nicht zu suchen brauchte, sondern die sich ganz von allein stellte. Die Entschlossenheit, mit der Lüken und seine VHS-Mannschaft die Herausforderung angenommen haben, imponierte den anwesenden Vertretern aus der Lokalpolitik sichtlich: „Ihre große Unterstützung hat uns enorm geholfen, die Situation in den Kommunen zu bewerkstelligen“, lobte Emsdettens Bürgermeister Georg Moenikes – und erntete prompt Zustimmung von Grevens erstem Beigeordneten und Kämmerer Wolfgang Beckermann.

„Auf aktuelle Entwicklungen eingehen, Integrationsprozesse fördern, Präsenz zeigen“, benannte Lüken die ambitionierten Zielvorgaben, denen ganz offensichtlich bereits erste Taten gefolgt sind.

Ambitioniert – so präsentierte sich der Neuzugang im Chefsessel ohnehin bei seiner ersten Verbandsversammlung als Leiter. Was zeichnet die VHS aus? Was soll besser (oder noch besser) werden? Und: Wie lassen sich strategische Veränderungswünsche praktisch umsetzen? Zur Klärung dieser Fragen hat Lüken viele Mitarbeiter-Gespräche geführt. „Die Identifikation mit der VHS ist riesig“, lautet seine Erkenntnis. Die VHS als „unverzichtbares Weiterbildungszentrum“, als „Standortfaktor für Greven, Emsdetten und Saerbeck“ – dieses Image schwebt Lüken vor. Keine Frage, dass sich die Volkshochschule da auch medial am Puls der Zeit bewegen müsse: den Internet-Auftritt optimieren und aufmotzen, soziale Netzwerke nutzen – nur einige der Vorhaben. Klar sei aber auch, dass das nicht die physische Präsenz vor Ort ersetzen könne: „Auch dort wollen wir uns häufiger zeigen“, kündigte Lüken an. Das inhaltliche Repertoire solle dabei – wie unter Vorgänger Bücker – gewohnt vielseitig bleiben: Fremdsprachen, Bewegung, Kreatives und Kulturangebote. „Da hat er mir große Fußstapfen hinterlassen“, weiß Lüken.

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