Kulturveranstaltungen im Reckenfelder Treff
Faszination und Verwirrung

Reckenfeld -

Gleich drei Kulturveranstaltungen hat der „Reckenfelder Treff“ für die kommenden Wochen organisiert. Am 16. September etwa geht es um den Maler Hieronymus Bosch, der faszinierend und verwirrend ist wie wenige Künstler.

Dienstag, 23.08.2016, 14:08 Uhr

Der Garten der Lüste mit Garten Eden (links), Paradies (Mitte) und Hölle (rechts) zählt zu den bekanntesten Bosch-Werken. Seine Vielschichtigkeit bedarf einer erläuternden Einordnung.
Der Garten der Lüste mit Garten Eden (links), Paradies (Mitte) und Hölle (rechts) zählt zu den bekanntesten Bosch-Werken. Seine Vielschichtigkeit bedarf einer erläuternden Einordnung.

Der Reckenfelder Treff lädt im zweiten Halbjahr zu mehreren Kulturveranstaltungen ein.

► Dr. Martin Dziersk hält zum 500. Todestag von Hieronymus Bosch am Freitag, 16. September, um 19.30 Uhr im Landhaus Rickermann in Reckenfeld einen Vortrag. Der Eintritt kostet zwölf Euro. Dziersk wird in die Welt und Bildwelt des Hieronymus Bosch einführen.

Wohl kaum jemand, der die Bilder dieses vor 500 Jahren verstorbenen Künstlers betrachtet, kann sich einem Gemisch aus Faszination und Verwirrung entziehen. Fragen nach Hintergründen und Bedeutung seiner Motive und Symbole drängen sich auf – und bleiben doch allzu oft unbeantwortet; zu fremd erscheint uns heutigen Menschen das Dargestellte. Vergleiche mit Werken des Surrealismus des 20. Jahrhunderts liegen nah und werden auch oft bemüht, aber genauso, wie Letzterer nur aus seiner Entstehungszeit heraus zu erklären ist, so muss man sich zum Verständnis der Werke Boschs die Mühe machen (oder auf das Abenteuer einlassen), das alltägliche und das geistig-religiöse Umfeld des 15. und frühen 16. Jahrhunderts in Europa zu erkunden, und das hat es in vielerlei Hinsicht richtig in sich: Die christliche Lehre wird nicht einheitlich vertreten; unterschiedlichste Gruppierungen wetteifern um die „rechten Lehren“. Sie unterscheiden sich von jener der römisch-katholischen Kirche manchmal so drastisch, dass der Vatikan zum Teil nur mit brutalster Gewalt der Inquisition seinen Führungsanspruch innerhalb der Christenheit durchzusetzen und unliebsame Gegenströmungen auszuschalten vermag.

Die Bildschöpfungen Boschs können nur wie ein Röntgenbild oder Dia vor einem solchen Hintergrund betrachtet werden, der sie gleichsam von hinten durchstrahlt. „Und so wollen wir am 16. September das Licht in unserem (kunst-)historischen Leuchtkasten anschalten, um sodann in den Bildern Boschs auf Entdeckungsreise zu gehen. Und eines sei schon jetzt verraten: Es gibt richtig viel zu entdecken - Überraschungen garantiert“, verspricht Dziersk in seiner Einladung.

► Am Mittwoch, 28. September, um 19 Uhr im katholischen Pfarrheim heißt es „Lauschsalon – Hörstücke“. Anja Bilabel liest ausgewählte Stücke von Annette von Droste-Hülshoff mit begleitender Harfen-Musik.

► Am Mittwoch, 30. November, um 16.30 Uhr spielt im Forum der Erich-Kästner-Grundschule das „Sonswas-Kindertheater“ aus Melle das Stück „Die Weihnachtsdiebe“.

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