Niedrigwasser macht Kanuten Probleme
Ems ganz unten

Greven -

Obwohl es jetzt ein bisschen geregnet hat, ist die Ems noch immer extrem niedrig. Das macht den Kanuten Probleme.

Donnerstag, 20.10.2016, 06:10 Uhr

Am Pegel an der Nordwalder Straße ist der aktuelle Wasserstand schon nicht mehr ablesbar, weil die Pegellatte im Erdreich abtaucht.
Am Pegel an der Nordwalder Straße ist der aktuelle Wasserstand schon nicht mehr ablesbar, weil die Pegellatte im Erdreich abtaucht. Foto: tst

Ein paar Jahre ist es her, da hat Peter Hamelmann die Ems spaßeshalber zu Fuß durchquert. „Das war aber in Gelmer und nicht in Greven . Nachher hat man mir gesagt, dass ich ziemlich Glück gehabt hätte, weil am Grund auch Scherben und Metallteile liegen können“, sagt der Chef von Greven Marketing.

Zur Nachahmung ist das Unterfangen also nicht zu empfehlen. Obwohl die Voraussetzungen für eine fußläufige Emsquerung kaum günstiger sein könnten. Denn mit 70 Zentimetern ist der Pegel so niedrig wie selten. Und das schon seit Wochen. „Wir mussten deshalb bei einigen Spontanbuchungen von Kanufahrern die Werse in Anspruch nehmen“, sagt Hamelmann. Dort sorgt ein Wehr für ausreichend Wasser unterm Kanu-Kiel. Zum Glück habe es zuletzt keine Pauschalbuchungen von Gruppen gegeben, die beispielsweise den Umstieg auf das Fahrrad am Ausstiegspunkt beinhalten. „Das hätte einige organisatorische Probleme bereitet“, so Hamelmann.

Unterhalb eines Pegelstandes von 80 Zentimetern ist ein sicheres Fortkommen auf der Ems nicht mehr gewährleistet. „Vor allem an den Sohlschwellen wird es problematisch“, sagt Hamelmann. Sollte ein Boot auf Grund laufen, ist das für Mensch und Material wenig angenehm. Auch aus anderen Gründen ist Hamelmann ein niedriger Pegelstand eher ein Dorn im Auge. „Am Beach finde ich es schade, wenn die Ems gar nicht präsent ist.“ So ein kleines Hochwasser während der Saison käme Hamelmann gar nicht ungelegen. „Dann herrscht ein ganz anderes Feeling am Beach. Aber das ist natürlich immer eine Gratwanderung.“ Den Nervenkitzel aus dem Eröffnungsjahr, als die Ems gleich zwei Mal an der Strandbar leckte, muss er auch nicht haben.

Nicht gerade angenehm dürfte ein lang andauerndes Niedrigwasser auch für die Fische sein, die sich in der Ems tummeln. „Ich denke schon, dass es Auswirkungen gibt“, sagt Dr. Michael Möhlenkamp, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu kenne er aber nicht.

Es gebe aber deutliche Anzeichen, dass die Wetterkapriolen der vergangenen Jahre die Fischfauna nicht unbeeinflusst lassen. „Der Wels pflanzt sich bei uns seit einiger Zeit in unseren Breiten regelmäßig fort“, nennt Möhlenkamp ein Beispiel. Normalerweise benötige der Süßwasserfisch dazu wärmere Gewässer.

Selbst Muschelsucher müssen nicht mehr den weiten Weg zur Nordsee antreten. An den trocken gefallenen Emsufern gibt es derzeit reichlich leere Schalen zu entdecken.

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