Greven vor 25 Jahren
Knappe Kassen gab es auch damals schon

Was tun, um die knappe Stadtkasse zu entlasten? Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragen halbieren? Oder das Baden im Hallenbad teurer machen? Eine Frage, mit der Grevens Lokalpolitiker vor 25 Jahren befassen mussten.

Samstag, 26.11.2016, 05:11 Uhr

Die ehemalige Franziskus-Hauptschule Reckenfeld schließt. Stattdessen wird sie als Dependance der Marienhauptschule fortgeführt.  
Die ehemalige Franziskus-Hauptschule Reckenfeld schließt. Stattdessen wird sie als Dependance der Marienhauptschule fortgeführt.   Foto: pbe

Neues Textilinstitut: An der Nahtstelle zwischen Industrie und Forschung soll das neue Institut für textile Bau-und Umwelttechnik bereits in einem Jahr seine Arbeit aufnehmen. Erster Beigeordneter Ernst Günther Scholz freut sich jedenfalls im Dezember über die Förderzusage der EU . Sie steckt rund zwei Millionen Euro in den Bau, der an der Gutenbergstraße entstehen soll. Die Fachhochschule und die Stadt Greven treten gemeinsam als Bauherren auf. Mit immerhin 300 000 Mark beteiligt sich Greven als Textilstadt an dieser Forschungseinrichtung.

Sparhaushalt: Howgh, howgh – die Finanzhäuptlinge der Fraktionen haben im Rat gesprochen. CDU-Mann Manfred Czekalla wirft Stadtdirektor Peters vor, „seine Hausaufgaben nicht gemacht zu haben“. Der Haushalt sei nicht ausgeglichen. Sein Vorschlag: Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten zu halbieren. Bringt nichts, kontert SPD-Oberhäuptling Basten, weil das Einsparungspotenzial viel zu gering sei. Er prognostiziert, dass die Einnahmesituation sich noch verbessern werde. Ein Tabu bricht Grünen-Indianer Andreas Kückmann: Parkgebühren müssten her, auch für die SPD ein Thema. Und die FDP? Sie liefert einen speziellen Spar-Beitrag, formuliert durch Ratsherr Brinkhoff: „1,20 Mark für Baden und Duschen im Hallenbad – das ist zu wenig,“ schlägt er die Erhöhung der Eintrittspreise vor.

Haus Nordhorn: Die Stadt will das Haus Nordhorn im Eckbereich von Kardinal-von-Galen-Straße und Martinistraße unter Denkmalschutz stellen. Der Eigentümer sperrt sich, und auch der Oberkreisdirektor lehnt das Ansinnen der Stadt ab. Die müsste jetzt, hält sie am Denkmalschutz fest, einen Minister-Erlass erwirken. Heute steht das Haus immer noch. Zwar kein Denkmal, aber dem Verfall preisgegeben.

Nordenkempersche Mühle : Stattdessen dürfen sich die Grevener freuen, dass ein weiteres historischen Gebäude erhalten bleibt. Die alte Mühle, der Nordenkempersche Landhandel an der Münsterstraße, wird komplett renoviert. Praxen und das Architekturbüro Schlüter, das auch für den Umbau des Gebäudes verantwortlich zeichnet, werden die künftigen Nutzer sein.

Schullandschaft: Einen letzten Versuch unternehmen die Lehrer der Franziskus-Hauptschule in Reckenfeld. Auch und gerade wegen der wachsenden Einwohnerzahl des Ortsteils habe die Hauptschule auch künftig noch die Chance zu existieren, schreiben sie in einer Stellungnahme an die Stadt. Doch die Würfel im Rathaus sind längst gefallen: Die Schule schließt zum Jahresende und wird künftig als Dependance der neu zu gründenden Marien-Hauptschule weitergeführt. Ebenfalls aufgegeben wird die Josef-Hauptschule im Westen der Stadt. -res-

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